Ungeziefer in der Mietwohnung: Wer trägt die Verantwortung – und wann?

Veröffentlichung: 26.06.2025, 14:06 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Warum der Sommer Hochsaison für Schädlinge ist – und welche Pflichten Mieter und Vermieter im Falle eines Befalls treffen.

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Sommerzeit ist Schädlingszeit: Wer zahlt bei Ungeziefer in der Mietwohnung – Mieter oder Vermieter?Sommerzeit ist Schädlingszeit: Wer zahlt bei Ungeziefer in der Mietwohnung – Mieter oder Vermieter?DALL E prompt by experten

Mit steigenden Temperaturen und zunehmender Luftfeuchtigkeit steigt auch das Risiko für Schädlingsbefall in deutschen Mietwohnungen. Gerade in den Sommermonaten finden Kakerlaken, Papierfischchen oder Kellerasseln optimale Bedingungen vor. Doch wer trägt im Mietverhältnis die Verantwortung für die Schädlingsbekämpfung?

Grundsatz: Pflicht zur mangelfreien Wohnung liegt beim Vermieter

Das deutsche Mietrecht ist eindeutig: Der Vermieter ist verpflichtet, dem Mieter eine zum Wohnen geeignete, also mangelfreie Wohnung zu überlassen und diesen Zustand während der gesamten Mietzeit zu erhalten (§ 535 BGB). Ein erheblicher Schädlingsbefall – etwa durch Kakerlaken, Mäuse oder Papierfischchen – stellt einen Mangel dar, der den Vermieter zur Beseitigung verpflichtet. Unterlässt er dies, drohen Mietminderung und Schadensersatz (§ 536 BGB).

Kosten für einmalige Maßnahmen dürfen zudem nicht als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden. Sie sind nicht regelmäßig, sondern anlassbezogen und damit keine umlagefähigen Nebenkosten.

Sommerliche Hochsaison für Schädlinge – neue Risiken

Insbesondere in der Sommerzeit mehren sich Meldungen über Ungezieferbefall. Die Gründe sind vielfältig: Hitze, Feuchtigkeit, gelagerte Lebensmittel – aber auch eingeschleppte Tiere. Experten warnen: Wer aus dem Urlaub zurückkehrt, kann Kakerlaken oder Papierfischchen unbeabsichtigt im Gepäck mitbringen. Diese reisen bevorzugt in Kartons oder Koffern und nisten sich unbemerkt in Wohnungen ein.

Wann der Mieter zahlen muss

Hat der Mieter den Schädlingsbefall schuldhaft verursacht, etwa durch unhygienisches Verhalten oder durch das Einschleppen aus dem Ausland, kann ihn die Kostentragungspflicht treffen. Voraussetzung: Der Vermieter kann dies nachweisen. Besonders bei Vorratsschädlingen liegt die Beweislast beim Mieter, bei anderen Arten beim Vermieter.

Meldet der Mieter den Befall nicht oder zu spät (Frist: meist 14 Tage), riskiert er, selbst für Folgeschäden aufkommen zu müssen. Der Berliner Mieterverein warnt daher vor Nachlässigkeit bei der Kommunikation.

Formularklauseln oft unwirksam

Versuche, dem Mieter durch Mietvertragsklauseln pauschal die Verantwortung für Schädlingsbekämpfung oder Beweislast aufzuerlegen, sind laut § 307 BGB in der Regel unwirksam. Auch eine Haftung für durch Schädlingsbekämpfung entstandene Schäden kann nicht formularmäßig übertragen werden.

Schnelle Meldung

Ein Schädlingsbefall ist nicht nur ein hygienisches und psychisches Problem, sondern auch ein rechtlich relevanter Mangel. Insbesondere im Sommer ist Wachsamkeit geboten – sowohl bei der Prävention als auch bei der zügigen Reaktion im Schadensfall. Für Mieter gilt: frühzeitig melden, nichts vertuschen. Für Vermieter: rasch handeln, Beweise sichern.


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