Immobilienmarkt erholt sich, Zinsniveau bremst nicht
Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang zieht der Immobilienmarkt im ersten Halbjahr 2025 wieder an: Während Destatis im ersten Quartal einen Anstieg von 3,8 Prozent meldet, bestätigt immowelt für das zweite Quartal eine weitere Verteuerung. Doch nicht überall geht es bergauf.
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt auch im ersten Halbjahr 2025 eine fortgesetzte Preiserholung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stiegen die Wohnimmobilienpreise im ersten Quartal 2025 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das zweite Quartal meldet immowelt einen weiteren Anstieg der Angebotspreise im Bestand um durchschnittlich 0,8 Prozent.
Damit setzt sich der Preisauftrieb fort, nachdem seit dem vierten Quartal 2022 über mehrere Quartale hinweg rückläufige Werte gemeldet worden waren.
Im Gesamtjahr 2024 lagen die Preise für Wohnimmobilien noch um 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Regionale Unterschiede deutlich sichtbar
Die aktuellen Zahlen von Destatis und immowelt verdeutlichen, dass sich die Preisentwicklung regional stark unterscheidet.
Positive Preisentwicklung im ersten Quartal
Eigentumswohnungen verteuerten sich in den sieben größten Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf) um 3,8 Prozent zum Vorjahr laut statistischem Bundesamt. In kreisfreien Großstädten außerhalb dieser Metropolen lag der Anstieg bei 6,1 Prozent. Auch in dichter besiedelten ländlichen Regionen stiegen die Wohnungspreise um 4,1 Prozent. Lediglich in dünn besiedelten ländlichen Kreisen kam es zu einem Rückgang um 0,8 Prozent.
Ein- und Zweifamilienhäuser wurden ebenfalls teurer: In kreisfreien Großstädten außerhalb der Top-7-Metropolen stiegen die Preise um 3,4 Prozent zum Vorjahr. In dünn besiedelten ländlichen Regionen lag der Anstieg bei 2,5 Prozent.
Preisanstieg setzt sich im zweiten Quartal in den meisten Städten fort
Laut immowelt Preiskompass legten die Angebotspreise im Zeitraum April bis Juni 2025 für Eigentumswohnungen deutschlandweit um 1,1 Prozent auf durchschnittlich 3.193 Euro pro Quadratmeter zu. Den deutlichsten Anstieg verzeichnete Duisburg mir einem Plus von 2,7 Prozent auf 2.698 Quadratmeter. Obwohl Frankfurt im ersten Quartal noch einen Preisanstieg vorwies, sanken die Preise zum zweiten Quartal wieder um ca. 2 Prozent.
Einfamilienhäuser verteuerten sich nur leicht um 0,3 Prozent und damit nicht so stark wie Eigentumswohnungen. Besonders deutliche Anstiege wurden in Bremen (+4,1 Prozent), Dresden (+3,1 Prozent) und Berlin (+1,6 Prozent) verzeichnet. Rückgänge meldet immowelt u. a. für Duisburg, Dortmund und Stuttgart. Der Markt hat sich somit noch nicht flächendeckend stabilisiert.
Kreditvergabe trotz Zinsniveau stabil
Trotz eines anhaltend hohen Zinsniveaus (3,5–3,6 %) steigt die Kreditvergabe laut immowelt seit 2024 wieder an. Viele Kaufinteressenten scheinen sich auf das neue Finanzierungsumfeld eingestellt zu haben oder verfügen über ausreichendes Eigenkapital. Laut Einschätzung von immowelt bietet das aktuelle Marktumfeld Käufern weiterhin gute Verhandlungsspielräume.
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