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Weihnachtsarbeit und Silvesterschichten: Wer ran muss und was es bringt

Veröffentlichung: 23.12.2024, 04:12 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Während viele die Feiertage genießen, sorgen andere dafür, dass der Alltag funktioniert. Eine neue WSI-Studie zeigt, wer an Heiligabend und Silvester arbeitet und welche finanziellen Zuschläge Beschäftigte dafür erhalten.

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Für rund 9 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland ist an Heiligabend nach 14 Uhr nicht Feierabend: Sie sind im Dienst, während andernorts Bescherung stattfindet. Besonders betroffen sind Branchen wie das Gastgewerbe, Verkehr und Logistik, der Handel sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Auch an den Weihnachtsfeiertagen und zum Jahreswechsel sind viele Beschäftigte gefragt. Dies belegt eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, die auf einer Befragung von über 7.100 Erwerbstätigen basiert.

Wer arbeitet, wann und wo?

Am Vormittag des 24. Dezembers arbeiten 22 Prozent der Erwerbstätigen. In Branchen wie Handel (44 Prozent) und Logistik (40 Prozent) liegt der Anteil sogar deutlich höher. Nach 14 Uhr, wenn das Ladenschlussgesetz greift, sinkt die Quote auf 9 Prozent, wobei die Werte in Ostdeutschland (10 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (11 Prozent) leicht über dem Durchschnitt liegen.

Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag bleibt die Beschäftigungsquote stabil, allerdings stechen hier erneut das Gastgewerbe und das Gesundheitswesen hervor. Auch an Silvester zeigt sich ein ähnliches Bild: Während am Vormittag 22 Prozent arbeiten, sind es nach 14 Uhr noch 11 Prozent. Am Neujahrstag müssen 9 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten.

Wer profitiert von Zuschlägen?

Für viele Beschäftigte zahlt sich die Arbeit an den Feiertagen finanziell aus:

  • Heiligabend und Silvester (nachmittags): 55 bzw. 50 Prozent der Arbeitenden erhalten einen Lohnzuschlag.
  • Weihnachtsfeiertage und Neujahr: Etwa 70 Prozent profitieren von Zuschlägen, die oft in Tarifverträgen geregelt sind.

Eine Analyse des WSI-Tarifarchivs zeigt, dass in vielen Branchen und Unternehmen klare Regelungen für Lohnzuschläge und bezahlte Freistellungen existieren. Frauen sind laut Studie jedoch seltener als Männer in diesen Regelungen berücksichtigt – ein Hinweis auf bestehende Ungleichheiten.

Warum Tarifverträge entscheidend sind

„Tarifverträge spielen an den Feiertagen eine Schlüsselrolle“, erklärt Prof. Dr. Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des WSI. Sie garantieren nicht nur Lohnzuschläge, sondern auch bezahlte Freistellungen und Weihnachtsgeld.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass trotz festlicher Stimmung viele Menschen an den Feiertagen arbeiten – und die Gesellschaft auf ihre Dienste angewiesen ist. Dank tariflicher Regelungen wird ihr Einsatz zumindest finanziell honoriert.

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