Fahrraddiebstähle: Hochburgen im Osten und im Norden

Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Deutschland ist 2020 gesunken. Die Diebstahlhochburgen liegen weiterhin im Osten und im Norden. Der Versicherungsschutz für ein 2.000 Euro teures Fahrrad kostet teilweise unter 20 Euro im Jahr.

Weniger Mobilität und mehr Homeoffice – Corona hat den Dieben vermutlich das Handwerk erschwert. Das geht aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die das Bundeskriminalamt veröffentlicht hat.

260.956 Fahrräder wurden 2020 in Deutschland gestohlen, das sind 6,1 Prozent weniger als 2019. In den Neunzigerjahren lag die Zahl zeitweise sogar über 500.000.

Diebstahlhochburgen Leipzig und Münster

Am häufigsten schlugen Diebe 2020 in Städten im Osten und im Norden zu. An der Spitze lag – wie schon 2019 – Leipzig mit 1.539 Fahrraddiebstählen pro 100.000 Einwohner. Auf den Plätzen folgen Münster, Halle (Saale) und Osnabrück. Die Hauptstadt Berlin kam auf 852 Fälle pro 100.000 Einwohner und landete auf Platz 14 unter den Landkreisen und kreisfreien Städten.

Unter den deutschen Großstädten mit über 100.000 Einwohnern ist Remscheid für Radler das sicherste Pflaster hinsichtlich der Diebstähle. Hier kommen nur 55 Fahrraddiebstähle auf 100.000 Einwohner. Vergleichsweise sicher sind Drahtesel auch in Solingen und Siegen; es führen also drei Großstädte aus Nordrhein-Westfalen.

Der sicherste Landkreis in der Statistik des Bundeskriminalamtes liegt in Bayern. 8 Fahrräder pro 100.000 Einwohner wurden im Landkreis Regen gestohlen – Deutschlands sicherste Gegend für Fahrräder. Danach kommen die Landkreise St. Wendel (Saarland) und Greiz (Thüringen).

2.000-Euro-Fahrrad versichern für 16 bis 66 Euro pro Jahr

Erwischt werden die Täter selten. Nicht einmal jeder zehnte Fall wird aufgeklärt. Die Hausratversicherung schützt Radler vor den finanziellen Schäden. Der Diebstahl von Rädern im abgeschlossenen Keller oder Fahrradkeller ist grundsätzlich mitversichert, der Diebstahl außer Haus muss zusätzlich eingeschlossen werden.

Das geht aber schon für weniger als 20 Euro im Jahr. Verivox hat die Preise in 25 deutschen Großstädten ausgewertet. Im Schnitt wird der Vertrag 33 Euro teurer, wenn zusätzlich Fahrräder im Wert von 2.000 Euro versichert werden sollen. Den höchsten Zuschlag gibt es in Hamburg mit 66 Euro pro Jahr, den niedrigsten mit 16 Euro in Nürnberg.

Nur ohne Nachtzeitklausel versichern

Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH, sagt:

„Gute Fahrräder gegen Diebstahl zu versichern, muss nicht teuer sein. Wir empfehlen allen Radlern, den Außer-Haus-Schutz auf die Nachtstunden auszudehnen. Bei einigen leistungsschwachen Tarifen fehlt dieser Zusatz.“

Dabei geht es um die Nachtzeitklausel. Manche Versicherer schließen damit den Schutz zwischen 22 und 6 Uhr aus, wenn das Fahrrad draußen angeschlossen und nicht mehr in Gebrauch ist.

Separate Fahrradversicherung – teurer und umfangreicher

Eine Alternative zur Hausratversicherung ist die selbstständige Fahrradversicherung. Hier ist der Schutz umfangreicher. So werden meist auch Schäden durch Vandalismus, Diebstahl von Teilen oder Sturzschäden mitversichert. Bei E-Bikes sind zudem Elektronik- oder Feuchtigkeitsschäden geschützt. Dafür sind die Verträge deutlich teurer. Ein Vertrag für ein 2.000 Euro teures Rad kostet etwa 70 Euro im Jahr.

 

Bild: © josemiguels – pixabay.com

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