In Krisensituationen: Liquidität durch U-Kassen hilft

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen. Auch wenn der Staat eine Reihe an Hilfsmaßnahmen zur Überbrückung bereithält, können Unternehmer auch selbst mehr für ihre Liquidität tun. Der Bundesverband pauschaldotierter Unterstützungskassen e.V. (BV-pdUK) verweist vor diesem Hintergrund auf die Möglichkeiten der Innenfinanzierung.

In der Krise greifen Arbeitgeber meist zu harten Mitteln wie Entlassungen oder drängen zum Gehaltsverzicht.

Manfred Baier, Vorstandsvorsitzender des BV-pdUK, dazu:

„Entlassungen und Gehaltsverzicht sind immer nur das letzte Mittel. Um ein Unternehmen zu retten, sollten vorher andere, nachhaltigere Sanierungswege gegangen werden.“

Um Arbeitsplätze zu retten, könnte die Belegschaft über Gehaltsumwandlungen Mittel für den fünften Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge, eine pauschaldotierte U-Kasse (pdUK), aufbringen. Damit steht einerseits dem Betrieb notwendige Liquidität zum Arbeitsplatzerhalt zur Verfügung und müssten Arbeitnehmer keine finanziellen Verluste erleiden.

Die U-Kasse ist somit ein guter Anreiz für Mitarbeiter, mit ihrem durch den Pensionssicherungsverein aG (PSV) abgesicherten Beitrag als Kollektiv zum erfolgreichen Bestehen ihrer Firma in dieser außergewöhnlichen Situation beizutragen, zumal es in vielen Branchen schwierig sein dürfte, in einer solch ausgeprägten Krise einen neuen Arbeitgeber zu finden.

Die Beiträge zur pdUK verbleiben unversteuert im Unternehmen und können zu Finanzierungszwecken oder der Rückführung von Bankdarlehen eingesetzt werden. Auch bleiben die Steuervorteile durch Verlustvorträge erhalten.

Sollte es dennoch zu einer Insolvenz des Arbeitgebers oder gar zum kompletten Aus kommen, sind die Ansprüche der Arbeitnehmer aus der U-Kasse durch die PSV-Absicherung nicht verloren – ein für Arbeitnehmer wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Sanierungskonzepten. Dem Arbeitgeber indes bleiben die Mitarbeiter für den Tag erhalten, wenn sich die Krisensituation wieder abmildert. Die Laufzeit einer Lohn- oder Gehaltsumwandlung kann im Zweifel auch auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt werden.

Manfred Baier sagt:

„Die Schaffung von Liquidität gewinnt schon jetzt an Bedeutung. Das Aktivieren von Möglichkeiten der Innenfinanzierung wird für viele Unternehmen daher noch wichtiger als bislang.“

Unternehmen, die die versicherungsfreie betriebliche Altersversorgung als Finanzierungsinstrument schon lange betreiben, seien heute entweder schuldenfrei oder können in der jetzigen Krise freier agieren. Unternehmen, die indes Rückdeckungen durch Kapitalanlagen installiert haben, können diese veräußern oder beleihen und sich auf diese Weise die notwendige Liquidität beschafft haben. Die pduk zeigt sich hier deutlich als geeignetes Kriseninstrument.

 

Bild: © opolja – AdobeStock.com

Themen: