Auswirkungen des Coronavirus auf Geldanlagen

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) kann wohl nicht mehr verhindert werden, weswegen laut dem Robert Koch Institut eine bevorstehende Pandemie sehr wahrscheinlich ist.

Durch die weltweite Ausbreitung des Virus wird es zu einer starken Belastung der Gesundheitssysteme kommen.

Aus Sicht der Weltwirtschaft ist dieses kein systemisches Risiko. Die Folgen für die Wirtschaft werden kurzfristig dennoch erheblich sein: Lieferketten werden unterbrochen, Unternehmen vorübergehend geschlossen, etc. Der Konsum wird zeitweise einbrechen, wie aktuell schon die Absatzzahlen von Automobilen in China zeigen.

Kurzfristig werden sich die Cash Flows bei vielen Unternehmen deutlich verschlechtern. Das ist insofern kritisch, weil zahlreiche Unternehmen aufgrund einer hohen Verschuldung keine Risikoreserven besitzen. Schon kurzfristige Probleme führen zum Risiko einer Insolvenz. Besondere Verlustrisiken sind daher bei der Anlageklasse High Yield und bei Unternehmen mit schlechter Kreditwürdigkeit zu erwarten.

Langfristig ist der tragende Treiber der Weltwirtschaft jedoch die sinkende Armut bei steigender Weltbevölkerung. Die kaufkräftige Mittelschicht wächst pro Jahr zwischen 100 Millionen und 200 Millionen Menschen, je nach Messmethode. Auf diesen Trend hat das Coronavirus keinen Einfluss. Ein Konsumeinbruch in China bedeutet beispielsweise einen Konsumaufschub und keine Trendumkehr zu einem generellen Konsumverzicht.

Zwei wichtige Faktoren für langfristiges Risikomanagement

In einer solchen Situation ist aus Sicht des langfristigen Risikomanagements optimal positioniert, wer erstens weltweit breit gestreut ein Aktienportfolio hält. Das Ausfallrisiko einzelner Unternehmen wird damit vernachlässigbar. Und zweitens eine Investitionsreserve in sicheren Anlageklasse-Anleihen vorhält, um diese bei einer weiteren Eskalation an den Märkten in Aktien umschichten zu können.

Faktoren mit negativen Auswirkungen

In der jetzigen Situation schlecht positioniert ist, wer erstens eine schlechte Risikostreuung bei Aktien im Portfolio hat und zweitens der Versuchung nicht widerstehen konnte, dem Niedrigzins durch ein laufendes Verschlechtern der Bonität bei den Anleihen zu entgehen.

Letzteres sehen wir auf breiter Front bei den meisten Vermögensverwaltern. Dort häufen sich jetzt die Verluste auch auf der vermeintlich stabilen Anleihen-Seite an. Es gibt keine Risikostreuung und damit keine Handlungsoption in der Krise langfristig attraktive Renditen einzukaufen. Stattdessen droht ein Totalausfall von Teilen des Portfolios und es herrscht heute Panik beim verantwortlichen Portfoliomanager und morgen beim Kunden.

Kein Grund zur Panik

Auch wenn in der Öffentlichkeit die Stimmung durch Angst und Sorge bestimmt wird, gibt es keinen Grund zur Panik. Die Vergangenheit hat uns immer gelehrt, einen kühlen Kopf in diesen Situationen zu bewahren. Um dies auch beruhigt zu können, ist eine extrem breite Diversifikation notwendig, wie beispielsweise bei den Honoris-Finance-Portfolios, sagt Dr. Andreas Beck, Portfolio Konstruktion der Honoris Finance GmbH.

 

Bild: © qimono – pixabay.com

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