Unwissenheit und Vorurteile verhindern Vorsorge

Auch wenn der Verlust der Arbeitskraft ein existenzielles Lebensrisiko ist, sorgt nur eine Minderheit finanziell vor. Die Gründe: Die meisten fühlen sich laut der Continentale-Studie zur Berufsunfähigkeit persönlich nicht gefährdet, sind nicht ausreichend über die Möglichkeiten informiert oder geben ihr Geld einfach lieber für andere Dinge aus.

So sehen zum Beispiel nur 16 Prozent für sich ein echtes Risiko, einmal berufsunfähig zu werden. Allerdings sieht die Realität anders aus, denn es trifft jeden Vierten.

Unwissenheit mit fatalen Folgen

64 Prozent der Befragten meinen, dass auch eine Unfallversicherung sie vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit schützen würde. 68 Prozent nennen Immobilien oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung, 66 Prozent Sparen, 51 Prozent eine Lebensversicherung und 49 Prozent eine private Krankenzusatzversicherung.

Viel Misstrauen und Vorurteile

63 Prozent sagen, dass der Versicherer im Ernstfall meistens nicht zahlt, sondern sich auf irgendwelche Klauseln bezieht. 44 Prozent der Befragten fürchten, dass der Versicherer bei selbstverschuldeten Unfällen nicht leistet. 42 Prozent glauben, dass die privaten und gesetzlichen Leistungen verrechnet werden.

Auch geht die Mehrheit der Befragten davon aus, dass zum Beispiel Schüler und Studenten gegen den Verlust der Arbeitskraft nicht versicherbar sind.

Junge Menschen benötigen Aufklärung

Für zu teuer halten 71 Prozent der Befragten die BU-Versicherung und 60 Prozent geben ihr Geld lieber für andere Dinge aus.

Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im Continentale Versicherungsverbund, erklärt:

„Dabei ist eine gute Absicherung der Arbeitskraft durchaus bezahlbar. Und je früher sie abgeschlossen wird, desto günstiger ist sie. Die Vermittler sollten demnach insbesondere junge Menschen gezielt und umfassend über Berufsunfähigkeit informieren.“

Premium-Schutz bevorzugt

Wenn es um die Absicherung geht, bevorzugen vor allem Jüngere einen Rundum-Schutz. Von den 20- bis 29-Jährigen würden sich 56 Prozent für einen Premiumschutz entscheiden.

Jeweils jeder Dritte findet verschiedene Aspekte eines Premiumschutzes sehr wichtig: Sei es Unterstützung beim Ausfüllen notwendiger Unterlagen oder beim Antrag, wie medizinische Untersuchungen vor Ort.

Vermittler glauben, BU-Schutz für Kunden zu teuer

80 Prozent der befragten Vermittler gehen davon aus, dass den Kunden eine BU-Versicherung zu teuer ist. 75 Prozent meinen, dass ihren Kunden das Risiko nicht bewusst ist.

Aber ein anderes Problem wiegt laut der Vermittler noch schwerer: Nach Ansicht von 91 Prozent schieben viele Menschen das Thema einfach vor sich her. An den Produkten liegt es nicht. Nur 11 Prozent der Vermittler sehen hier Verbesserungsbedarf.

 

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