Duale Berufsausbildung 2025: Weniger Verträge, mehr internationale Auszubildende – der Ausbildungsmarkt verändert seine Struktur
Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sinkt erneut. Gleichzeitig zeigt sich eine Entwicklung, die den Ausbildungsmarkt langfristig verändern dürfte: Immer mehr internationale Nachwuchskräfte entscheiden sich für eine duale Ausbildung in Deutschland.
Die duale Berufsausbildung bleibt das Fundament der Fachkräftesicherung – doch ihre Zusammensetzung verändert sich spürbar. 461.900 junge Menschen haben 2025 eine duale Ausbildung begonnen. Das sind zwar 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig wächst eine andere Zahl deutlich schneller: Die Zahl der Auszubildenden ohne deutsche Staatsangehörigkeit legte innerhalb eines Jahres um 18 Prozent zu. Damit wird immer klarer, dass der Ausbildungsmarkt seinen Nachwuchs zunehmend international gewinnt.
Duale Berufsausbildung 2025: Kfz-Mechatroniker und Medizinische Fachangestellte bleiben Spitzenreiter
Bei den Männern verteidigt der Kraftfahrzeugmechatroniker mit 22.300 neuen Ausbildungsverträgen erneut Platz eins. Dahinter folgen der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie der Elektroniker.
Bei den Frauen bleibt die medizinische Fachangestellte mit 16.100 Neuverträgen der beliebteste Ausbildungsberuf. Es folgen die Kauffrau für Büromanagement und die zahnmedizinische Fachangestellte.
Die Ranglisten zeigen vor allem eines: Viele klassische Ausbildungsberufe behalten trotz Digitalisierung ihre hohe Attraktivität.
Fachinformatiker verliert an Bedeutung – das Handwerk gewinnt wieder
Eine Überraschung liefert der Fachinformatiker. Nachdem der Beruf 2024 noch auf Platz zwei lag, rutscht er 2025 auf Rang vier ab. Rund 2.300 Neuverträge weniger zeigen, dass sich der IT-Arbeitsmarkt nach den Boomjahren wieder normalisiert.
Davon profitiert vor allem das Handwerk. Der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik rückt auf Platz zwei vor. Angesichts von Energiewende, Gebäudesanierung und Wärmewende steigt der Bedarf an diesen Fachkräften weiter.
Internationale Auszubildende werden für Unternehmen immer wichtiger
Die eigentliche Nachricht steckt jedoch nicht in den Berufsrankings. Während die Zahl deutscher Auszubildender um sechs Prozent zurückging, entschieden sich deutlich mehr junge Menschen aus dem Ausland für eine Ausbildung in Deutschland.
Besonders stark stieg die Zahl neuer Ausbildungsverträge mit Menschen aus der Ukraine, Vietnam, der Türkei und Afghanistan. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl internationaler Auszubildender sogar mehr als verdoppelt.
Für viele Betriebe ist das längst keine Ausnahme mehr, sondern eine wichtige Voraussetzung, um offene Ausbildungsplätze überhaupt besetzen zu können.
Medizinische Berufe bleiben besonders gefragt
Bei jungen Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit stehen medizinische Berufe besonders hoch im Kurs. Fast jede vierte neue Auszubildende beginnt eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten. Auch die medizinische Fachangestellte gehört zu den beliebtesten Berufen.
Diese Entwicklung hilft insbesondere Arzt- und Zahnarztpraxen, die seit Jahren über Nachwuchsmangel klagen.
Der Ausbildungsmarkt verändert sich dauerhaft
Die aktuellen Zahlen zeigen mehr als einen leichten Rückgang bei den Neuverträgen. Sie machen sichtbar, wie sich die duale Ausbildung Schritt für Schritt verändert. Weniger Schulabgänger, der demografische Wandel und der steigende Fachkräftebedarf führen dazu, dass Unternehmen ihren Nachwuchs zunehmend international gewinnen.
Die duale Berufsausbildung bleibt damit eine der wichtigsten Säulen des deutschen Arbeitsmarktes. Ihre Zukunft entscheidet sich jedoch immer weniger allein an den Schulen in Deutschland – sondern zunehmend auch daran, wie erfolgreich Unternehmen junge Talente aus dem Ausland für eine Ausbildung gewinnen können.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Berufsbildungsstatistik 2025
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