ETF-Sparplan: Mit Kindergeld zum Millionenkapital

Veröffentlichung: 18.02.2026, 12:02 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Wie viel Vermögen steckt im staatlichen Kindergeld? Mehr, als viele denken. Wer die seit 2026 auf 259 Euro gestiegene Leistung konsequent investiert, kann seinem Nachwuchs rechnerisch schon vor dem 50. Lebensjahr ein Millionenvermögen ermöglichen – allein durch Zeit, Disziplin und den Zinseszinseffekt. Das zeigen aktuelle Modellrechnungen von Verivox.

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Das monatliche Kindergeld beträgt seit Anfang 2026 einheitlich 259 Euro pro Kind. Wird dieser Betrag vom ersten Lebensjahr an vollständig in einen breit gestreuten ETF-Sparplan investiert, entsteht über Jahrzehnte hinweg ein erheblicher Vermögenshebel.

139.000 Euro bis zur Volljährigkeit

Fließen die 259 Euro monatlich über 18 Jahre hinweg in ein ETF-Depot, summieren sich die Einzahlungen auf rund 70.800 Euro. Unter der Annahme einer durchschnittlichen Rendite von 7,5 Prozent jährlich – orientiert an der historischen Entwicklung des MSCI World abzüglich marktüblicher ETF-Kosten – wächst das Depot bis zum 18. Geburtstag auf rund 139.000 Euro an. Nach Abzug von Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag verblieben bei einem Verkauf etwa 126.000 Euro. Die Modellrechnung berücksichtigt zudem eine jährliche Anpassung der Sparrate um 2,7 Prozent – entsprechend der durchschnittlichen Kindergeldsteigerung der vergangenen 25 Jahre.

Der eigentliche Turbo: Zeit

Der entscheidende Faktor ist jedoch nicht die Sparphase, sondern die anschließende Haltedauer. Bleibt das Kapital unangetastet investiert, entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung.

  • Mit 30 Jahren: rund 331.000 Euro
  • Nach 50 Jahren: rund 1,4 Millionen Euro
  • Mit 67 Jahren: rund 4,8 Millionen Euro

Selbst nach Steuern verblieben laut Berechnung noch rund 3,9 Millionen Euro.

„Der Zinseszinseffekt entfaltet seine volle Kraft vor allem bei langen Anlagezeiträumen“, erklärt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Wer früh beginnt, verschafft seinem Kind eine außergewöhnlich solide finanzielle Ausgangsbasis. Der Nachwuchs selbst muss dann nur noch so diszipliniert sein, das angelegte Geld unangetastet für sich arbeiten zu lassen.“

Bemerkenswert: Die Millionengrenze würde rechnerisch bereits im Laufe des 46. Lebensjahres überschritten – ohne weitere Einzahlungen.

Realität: Märkte schwanken

Die Berechnungen basieren auf einer konstanten Renditeannahme. In der Praxis verlaufen Kapitalmärkte jedoch volatil. Krisen, Korrekturen und Seitwärtsphasen gehören zum Börsengeschehen dazu. Über lange Zeiträume relativieren sich diese Schwankungen historisch jedoch deutlich. Gerade bei mehreren Jahrzehnten Anlagehorizont wirken kurzfristige Rückschläge weniger stark.

Auch kleinere Beträge wirken

Nicht jede Familie kann oder möchte das komplette Kindergeld investieren. Doch auch geringere Sparraten zeigen langfristig Wirkung.

Beispiel:
100 Euro monatlich über 18 Jahre investiert ergeben rund 44.500 Euro zum 18. Geburtstag. Bleibt dieses Kapital weiter investiert, könnte daraus bis zum Rentenalter ein Vermögen von rund 1,5 Millionen Euro entstehen.

Für die Praxis relevant: Läuft der Sparplan auf den Namen des Kindes (Junior-Depot), können steuerliche Freibeträge genutzt werden. Gleichzeitig sollten Eltern auf niedrige Kostenstrukturen achten, da Gebühren den langfristigen Effekt erheblich beeinflussen.

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