Ammerländer schärft Fahrrad-, Haftpflicht- und Hundehaltertarife nach
Enger Preiswettbewerb, steigende Serviceerwartungen und neue Zielgruppen: Die Ammerländer Versicherung reagiert mit einem umfassenden Tarifupdate in der Fahrrad-Vollkasko, der Privathaftpflicht und der Hundehalterhaftpflicht. Welche Stellschrauben gedreht wurden.
Markt unter Druck: Anpassungen mit Blick auf Produkt und Prozess
Der Versicherungsmarkt ist umkämpft – insbesondere in der Fahrrad-Vollkasko sowie in Haftpflichtsparten mit hoher Tarifdichte und engem Preisgefüge. Vor diesem Hintergrund hat die Ammerländer Versicherung zum Tarifupdate im Februar 2026 mehrere gezielte Anpassungen vorgenommen. Ziel ist es, Produkte klarer zu strukturieren, den Service auszubauen und sich im Wettbewerb differenziert zu positionieren.
„Zum Tarifupdate im Februar haben wir daher einige Anpassungen in unseren Produkten vorgenommen, mit denen wir im Markt hervorstechen wollen“, sagt Alexander Schwarze, Leiter Produktmanagement bei der Ammerländer Versicherung. Produktentwicklung verstehe man dabei nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Prozessen und Service: „Produkt ist für uns mehr als ein Tarifwerk. Wir wollen unseren Kunden und Vertriebspartnern weiterhin vollumfänglich gerecht werden.“
Fahrrad-Vollkasko: Tägliches Kündigungsrecht und technische Präzisierungen
In der privaten Fahrrad-Vollkaskoversicherung kommt es insbesondere im Tarif Classic zu moderaten Beitragsanpassungen. Zudem wurde die Tarifzonierung überarbeitet, was vereinzelt zu PLZ-Verschiebungen führt.
Inhaltlich wurden mehrere technische und bedingungsseitige Neuerungen umgesetzt:
- Ab Februar 2026 gilt in allen vier Produkten der Fahrrad-Vollkasko ein tägliches Kündigungsrecht.
- GPS-Tracker sind künftig auch dann abschlagsfähig, wenn sie fest verschraubt oder verbaut sind. Bisher galt dies nur für vollständig integrierte Systeme.
- GPS-Tracker werden erstmals als eigenes versichertes Zubehör in die Bedingungen aufgenommen.
- Die Obliegenheiten zu Verschlussvorschriften wurden präzisiert, insbesondere für Kellerabteile und Schuppen.
- Der Beitragsrechner wurde technisch optimiert, um Tarifauswahl und Abschluss übersichtlicher zu gestalten.
Hundehalterhaftpflicht: Neue Beitragslogik und höhere Deckungssummen
Auch die Hundehalterhaftpflicht wird weiterentwickelt. Im Tarif Comfort können ab Februar 2026 optional Deckungssummen bis zu 100 Millionen Euro vereinbart werden. Zudem wird die Beitragslogik stärker differenziert.
„In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung, welche Hunde als sogenannte Listenhunde geführt werden. Darum möchten wir diesen Begriff nicht mehr verwenden“, erläutert Schwarze. Stattdessen ordnet die Ammerländer Hunderassen anhand verschiedener Kriterien fünf Kategorien zu, aus denen sich der jeweilige Beitrag ableitet. Kleine Rassen profitieren dabei von besonders günstigen Konditionen.
Weitere Neuerungen im Überblick:
- Wahl einer Selbstbeteiligung von 150 Euro
- Erweiterte Ausfalldeckung, auch bei unbekanntem Halter des angreifenden Hundes
- Verlängerte Widerrufsfrist von 45 Tagen
- Tägliches Kündigungsrecht
- Mietsachschäden an beweglichen Sachen bis zur vollen Versicherungssumme
- Erhöhung der Kautionsleistung auf 200.000 Euro (Europa und weltweit)
- Neu: Übernahme von Tierarztkosten nach Giftködervergiftung bis 5.000 Euro je Versicherungsfall und Jahr
Privathaftpflicht: Fokus Familie, mehr Leistung für andere Zielgruppen
Auch die Privathaftpflichtversicherung wurde inhaltlich und preislich neu ausgerichtet. Der Tarif ist künftig stärker auf Familien fokussiert und wird für diese Zielgruppe günstiger. Andere Zielgruppen erhalten trotz leicht angepasster Beiträge spürbare Leistungserweiterungen.
Zu den Neuerungen zählen:
- Optional erhöhte Deckungssummen bis 100 Millionen Euro in den Tarifen Exclusiv und Excellent
- Absicherung des Abhandenkommens fremder, beweglicher Sachen
- Drohnenversicherung bis 5 Kilogramm (Excellent: volle Versicherungssumme, Exclusiv: bis 5 Millionen Euro)
- Neuer Cyber- und Internetschutz im Homeoffice bei Datenrechtsverletzungen gegenüber dem Arbeitgeber (5.000 Euro je Versicherungsfall und Jahr)
- Erweiterter Schutz bei Mietsachschäden an geliehenen E-Scootern
- Verbesserte Car-Sharing-Absicherung inklusive Übernahme von Selbstbeteiligung und Rabattrückstufung
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