GDV: Beiträge wachsen – doch „die Spielräume werden kleiner“

Die Versicherungswirtschaft legt 2025 kräftig zu – der GDV rechnet aber 2026 mit gedämpfterer Dynamik. Gleichzeitig benennt der Verband drei „Baustellen“, die für Vermittler strategisch relevant werden.

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GDV-Präsident Norbert RollingerGDV-Präsident Norbert RollingerGDV

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zieht zur Jahresmedienkonferenz am 4. Februar 2026 eine positive Bilanz für das Jahr 2025: Über alle Sparten hinweg stiegen die Beitragseinnahmen um 6,6 Prozent auf 254 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet der Verband ein Beitragswachstum von 4,7 Prozent.

GDV-Präsident Norbert Rollinger ordnet das Ergebnis in ein schwieriges Umfeld ein: „2025 war für die Versicherer ein gutes Jahr mit spürbarem Beitragswachstum – und das in einem insgesamt schwachen wirtschaftlichen Umfeld. Gleichzeitig liegen drei wichtige Baustellen vor uns: mehr kapitalgedeckte Altersvorsorge, ein tragfähiger Elementarschutz und eine europäische Regulierung, die den Standort stärkt, statt ihn auszubremsen”, so Rollinger.

Getrieben worden sei das Beitragsplus unter anderem durch inflationsbedingte Prämienanpassungen, ein starkes Einmalbeitragsgeschäft in der Lebensversicherung sowie steigende Beiträge in der Privaten Krankenversicherung. Auch die Schaden- und Unfallversicherung sei wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Der GDV koppelt den Ausblick 2026 deutlich an die gesamtwirtschaftliche Lage. „Das solide Wachstum 2025 darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spielräume kleiner werden“, sagt Rollinger. „Wenn weniger gebaut, investiert und konsumiert wird, trifft das langfristig auch die Versicherungswirtschaft.“

Im Detail prognostiziert der GDV für 2026 ein Plus von 5,2 Prozent in der Schaden- und Unfallversicherung, 10,5 Prozent in der Privaten Krankenversicherung und 1,1 Prozent in der Lebensversicherung. In der Lebensversicherung bleibt das Wachstum demnach stark vom Einmalbeitragsgeschäft abhängig, während laufende Beiträge leicht rückläufig seien.

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