Steuerjahr 2026: Trotz Entlastung zahlen viele Haushalte mehr

Zum Jahresbeginn 2026 treten zahlreiche steuer- und abgabenpolitische Änderungen in Kraft. Zwar werden einige Entlastungen umgesetzt, doch unter dem Strich müssen viele Steuerzahler mit höheren Belastungen rechnen.

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Das zeigen aktuelle Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Vor allem Gutverdienende und Alleinerziehende zahlen 2026 mehr, auch aufgrund steigender Sozialbeiträge und höherer Energiepreise.

Entlastungen kaum spürbar

Die Bundesregierung gleicht im kommenden Jahr erneut die kalte Progression aus. Es werden Kinderfreibeträge, Kindergeld und die Pendlerpauschale angehoben. Diese Maßnahmen sollen die Steuerzahler entlasten, doch der Effekt bleibt in vielen Fällen wenig relevant.

So sinkt laut IW-Berechnung die Steuerlast eines Singles mit 50.000 Euro Jahreseinkommen lediglich um 11 Euro. Erst bei einem täglichen Arbeitsweg von 20 Kilometern ergibt sich ein etwas größerer Effekt: Dann liegt die Entlastung durch die höhere Pendlerpauschale bei 121 Euro jährlich.

Steigende Sozialabgaben und CO₂-Preis stehlen Entlastungseffekte

Dem gegenüber stehen höhere Sozialbeiträge und ein steigender CO₂-Preis, die die Entlastungen teils vollständig auffressen. Zum 1. Januar 2026 wird der CO₂-Preis im Rahmen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes erneut angehoben – was sich unter anderem auf Heizkosten und Kraftstoffpreise auswirkt.

Auch die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigen weiter. In Kombination mit den höheren Energiekosten führt dies dazu, dass viele Haushalte real weniger netto zur Verfügung haben.

Höhere Belastung für Gutverdienende und Alleinerziehende

Die IW-Berechnungen zeigen, dass vor allem Besserverdienende stärker belastet werden:

  • Ein Single mit 100.000 Euro Jahresbrutto hat 239 Euro weniger zur Verfügung – auch mit Pendlerpauschale ergibt sich ein Minus

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  • Eine alleinerziehende Person mit 70.000 Euro Jahreseinkommen verliert netto 216 Euro. Damit wirkt der progressive Einkommensteuertarif in Kombination mit steigenden Abgaben für diese Gruppen deutlich stärker als die punktuellen Entlastungen.

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Familien mit mittlerem Einkommen werden leicht entlastet

Familien profitieren hingegen vom erhöhten Kindergeld und Kinderfreibetrag – zumindest bei mittleren Einkommen. Ein Paar mit zwei Kindern und einem gemeinsamen Einkommen von 90.000 Euro, bei dem ein Partner zwei Drittel und der andere ein Drittel verdient, hat laut IW am Jahresende 126 Euro mehr zur Verfügung. Mit täglichem Arbeitswegsteigt die Entlastung auf 231 Euro.

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Bei höheren Einkommen hingegen kehrt sich der Effekt wieder um – auch Familien können dann netto verlieren.

Wachstumsimpuls bleibt aus

Aus wirtschaftlicher Sicht fällt das Gesamtpaket der steuerlichen Änderungen ambivalent aus: Zwar gibt es Entlastungen für bestimmte Gruppen, doch eine strukturelle, breite Senkung der Einkommensteuer bleibt aus.

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