Mehr als die Hälfte der Deutschen hat eine Rentenlücke von über zehn Jahren

Veröffentlichung: 03.11.2025, 12:11 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Lebenserwartung steigt – doch die finanzielle Vorsorge hält nicht Schritt. Laut einer Studie von Fidelity International und dem National Innovation Centre for Ageing unterschätzen viele Deutsche die Dauer ihres Ruhestands drastisch. Was das für die Altersvorsorge bedeutet.

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Susanna Wooders, Country Head Germany bei Fidelity InternationalSusanna Wooders, Country Head Germany bei Fidelity InternationalFidelity

Mehr als die Hälfte der Deutschen ab 50 Jahren (54 Prozent) hat eine Rentenlücke von über zehn Jahren. Das zeigt die neue Fidelity-Studie „The Longevity Revolution: Preparing for a New Reality“, die gemeinsam mit dem National Innovation Centre for Ageing (NICA) erstellt wurde. Weltweit beträgt der Anteil 42 Prozent.

Die Untersuchung basiert auf Befragungen von mehr als 11.800 Personen in 13 Ländern. Sie vergleicht die erwartete Dauer der Altersvorsorge mit der tatsächlichen Lebenserwartung – und offenbart erhebliche Diskrepanzen. Mit einer wachsenden Zahl an Hundertjährigen – laut Prognose 3,67 Millionen weltweit bis 2050 – steigt die Bedeutung einer langfristig tragfähigen Planung.

Planung entscheidend für Wohlbefinden im Ruhestand

Wer frühzeitig plant, lebt zufriedener: 84 Prozent derjenigen, die mit einem konkreten Vorsorgeplan in den Ruhestand starten, fühlen sich körperlich, emotional, sozial und finanziell gut vorbereitet. Unter den Menschen ohne Plan sind es nur 70 Prozent.

„Viele bereiten sich immer noch auf einen Ruhestand vor, wie ihn ihre Eltern erlebt haben“, sagt Susanna Wooders, Country Head Germany bei Fidelity International. „Mit der richtigen Planung kann ein längeres, sorgenfreies Leben Realität werden – aber dafür braucht es ein neues Denken und frühzeitiges Handeln.“

Optimismus trotz Vorsorgelücke

Trotz der unzureichenden Absicherung überwiegt der Optimismus: Zwei Drittel (68 Prozent) der Rentner bewerten ihre Situation positiv, bei den Noch-nicht-Rentnern sind es 56 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil der Optimisten unter den Rentnern bei 60 Prozent.

Zudem verändert sich das Verständnis von Arbeit und Alter: 70 Prozent der Befragten rechnen damit, länger erwerbstätig zu bleiben – überwiegend aus Interesse und Aktivitätsdrang, weniger aus finanzieller Notwendigkeit.

Fünf Erfolgsfaktoren für die Vorsorge

Der Bericht nennt fünf zentrale Stellschrauben für eine stabile finanzielle und persönliche Zukunft:

  • Frühzeitige Finanzbildung und Beratung
  • Förderung technologischer Innovationen
  • Priorisierung von Gesundheit und Pflege
  • Stärkung des Vertrauens in öffentliche Systeme
  • Ganzheitliches Wohlbefinden in allen Lebensbereichen

„Ein längeres Leben sollte etwas sein, worauf man sich freuen kann – nichts, was Angst macht“, so Wooders. „Wenn Menschen finanziell abgesichert sind, können sie in Gesundheit, Beziehungen und Lebensfreude investieren – und so länger erfüllt leben.“

Über die Studie:
Der Bericht „The Longevity Revolution: Preparing for a New Reality“ von Fidelity International basiert auf globalen Untersuchungen in 13 Märkten mit über 11.800 Teilnehmenden im Alter 50+. Die Befragung wurde im August und September 2025 von Opinium durchgeführt und von NICA wissenschaftlich ausgewertet.

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