Private Krankenversicherung: Preiswettbewerb verliert an Bedeutung

Veröffentlichung: 24.10.2025, 11:10 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die private Krankenversicherung (PKV) zeigt sich laut dem aktuellen Rating von Franke und Bornberg stabil – mit leicht steigender Tendenz. Dennoch erhalten 2025 nur acht Prozent aller Tarife die Bestnote FFF+. Das Analysehaus wertete insgesamt 897 Tarife von 31 Anbietern aus. Die Ergebnisse zeigen: Leistungsstärke rückt wieder stärker in den Fokus, Preiswettbewerb verliert an Bedeutung.

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PKV: Leistungsstärke rückt wieder stärker in den Fokus, Preiswettbewerb verliert an Bedeutung.PKV: Leistungsstärke rückt wieder stärker in den Fokus, Preiswettbewerb verliert an Bedeutung.DALL-E

Steigende Hürden für Neukunden

Während die Tarifqualität zunimmt, wird der Wechsel in die PKV schwieriger. Zum 1. Januar 2026 steigt die Versicherungspflichtgrenze um knapp elf Prozent auf 77.400 Euro. Damit sinkt das Potenzial für Neukundengeschäft deutlich. Politisch sei das gewollt, um Beitragszahler im gesetzlichen System zu halten – ein Trend, der die privaten Anbieter zusätzlich belastet.

Auch auf der Kostenseite stehen die Unternehmen unter Druck: Medizinische Ausgaben steigen schneller als die Prämieneinnahmen, was die Beitragsstabilität gefährdet. Der PKV-Verband geht davon aus, dass rund zwei Drittel der Privatversicherten ab Januar 2026 im Schnitt 13 Prozent mehr Beitrag zahlen.

Neue Tarifgenerationen und Transparenz

Bewegung kommt durch neue Tarifgenerationen, etwa von AXA und SIGNAL IDUNA, die 2025 eingeführt wurden. „Neue PKV-Tarife bieten auf der einen Seite die Chance, das Leistungsversprechen transparenter und kundenorientierter zu gestalten, auf der anderen Seite fördern sie nicht immer die Tarifstabilität“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

Die neuen Tarife konnten im Rating auf Anhieb in die FFF+-Region aufsteigen – ein Zeichen, dass sich der Markt wieder stärker an Qualität orientiert. Damit setze sich die PKV bewusst von der aktuellen Diskussion um Leistungskürzungen in der GKV ab, so Franke weiter.

Bewertungskriterien erweitert

Im PKV-Rating 2025 werden erstmals auch digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) bewertet. Sie können Therapien effizienter gestalten und Kosten senken. Zudem fließen Qualitätsdaten aus den map-reports Krankenversicherung in die Unternehmensbewertung ein. „Mit dem PKV-Versicherer geht man im Zweifel eine lebenslange Bindung ein – also lohnt sich genaues Hinschauen, wie die Versicherer wirtschaften“, betont Franke.

Top-Bewertungen im Überblick

Zehn von 31 Gesellschaften erreichen mit mindestens einem Tarif die Bestnote FFF+ („hervorragend“) – in alphabetischer Reihenfolge: Allianz, AXA, Barmenia, Bayerische Beamtenkrankenkasse, DKV, Hallesche, LKH, SDK, SIGNAL IDUNA und UKV.

Ausblick: Qualität gewinnt an Gewicht

Laut Franke und Bornberg stabilisiert sich die Tariflandschaft insgesamt. Kein Tarif erhielt eine Bewertung schlechter als „befriedigend“. Entscheidend bleibe jedoch die Zukunftsfähigkeit der Anbieter. „Eine Krankenversicherung ist kein Spontankauf; sie begleitet Versicherte oft ein Leben lang“, so Franke.

Die vollständigen Ergebnisse sowie Bewertungsrichtlinien stehen auf der Website von Franke und Bornberg kostenlos zur Verfügung.

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