Fondspolicen bleiben Wachstumstreiber im Lebensversicherungsgeschäft

Trotz konjunktureller Unsicherheiten legte das Neugeschäft in der Lebensversicherung 2024 wieder zu. Treiber dieser Entwicklung sind fondsgebundene Policen, die laut map-report 941 von Franke und Bornberg ihren Marktanteil weiter ausbauen konnten.

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Das Neugeschäft in der Lebensversicherung legte 2024 wieder zu. Treiber dieser Entwicklung sind fondsgebundene Policen.Das Neugeschäft in der Lebensversicherung legte 2024 wieder zu. Treiber dieser Entwicklung sind fondsgebundene Policen.DALL-E

Nach drei Jahren rückläufiger Beitragseinnahmen hat die Lebensversicherungsbranche 2024 wieder die Trendwende geschafft. Die verdienten Bruttobeiträge stiegen auf 90,32 Milliarden Euro – ein Zuwachs von rund 3 Prozent. Maßgeblich verantwortlich für den Aufschwung: das wachsende Interesse an fondsgebundenen Lebensversicherungen.

Laut dem aktuellen map-report 941 von Franke und Bornberg („Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2024“) entfallen 35,6 Prozent des gesamten Neugeschäfts auf fondsgebundene Verträge. Damit festigen sie ihre Position als absatzstärkste Produktgruppe im Lebensversicherungsmarkt. Insgesamt wurden 1,52 Millionen Policen neu abgeschlossen – nur geringfügig weniger als im Vorjahr, aber mit deutlicher Dominanz gegenüber anderen Sparten.

Marktführer bei fondsgebundenen Policen

Die fünf erfolgreichsten Anbieter sind erneut Generali, Allianz, Bayern-Versicherung, Debeka und R+V. Zusammen verantworten sie 45 Prozent aller Neuverträge in diesem Segment. Das belegt die anhaltend starke Nachfrage nach kapitalmarktnahen Lösungen, die von der Zinswende profitieren und zugleich Renditechancen bieten. Auch im Annual Premium Equivalent (APE) zeigte sich eine deutliche Dynamik: Das APE der Branche stieg um 5,5 Prozent, angetrieben durch Einmalbeiträge und steigende laufende Prämien. Die Allianz allein verantwortete rund ein Viertel des gesamten Branchenvolumens.

Renditechancen trotz Zurückhaltung im Markt

Die leichte Erholung an den Rentenmärkten und der zum 1. Januar 2025 erhöhte Höchstrechnungszins von 1,0 Prozent verschaffen den Versicherern mehr Spielraum bei der Kalkulation. Dennoch bleiben die Zins- und Inflationsrisiken präsent. Für viele Kundinnen und Kunden bieten fondsgebundene Policen in diesem Umfeld den passenden Kompromiss aus Sicherheit, Flexibilität und Renditeaussicht – insbesondere, wenn nachhaltige Fonds oder ETF-basierte Modelle integriert sind. „Im aktuellen Umfeld sind vor allem Produkte mit Ertragspotenzial gefragt“, erklärt Reinhard Klages, Analyst des map-report. „Eine Antwort liegt in schlanken, verständlichen und fair kalkulierten Tarifen, die Vertrauen verdienen, statt es nur zu versprechen.“

Private Vorsorge bleibt Schlüsselthema

Das Rating betont zugleich, dass die gesellschaftlichen und fiskalischen Rahmenbedingungen die private Altersvorsorge weiter herausfordern. Steigende Lohnnebenkosten, hohe Staatsverschuldung und demografischer Druck schränken den finanziellen Spielraum vieler Haushalte ein. Umso wichtiger bleibt die klare Kommunikation des Kundennutzens – insbesondere im Vertrieb. „Private Vorsorge muss in einem Umfeld verkauft werden, in dem vom Brutto weniger netto bleibt“, so die Analysten. „Transparenz und Effizienz sind die zentralen Erfolgsfaktoren.“

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