Universa überholt LVM: bilanzstärkste PKV-Anbieter gekürt
Die Universa sichert sich erstmals den Spitzenplatz im Bilanzrating der privaten Krankenversicherung. Doch der Wettbewerb bleibt eng, zeigt der jüngste map-report.
Der aktuelle map-report 940 nimmt die privaten Krankenversicherer unter die Lupe und bewertet zentrale Bilanzkennzahlen der Jahre 2020 bis 2024. Das Ergebnis: Die Universa erreicht mit 276,5 von 300 möglichen Punkten (92,2 Prozent) die höchste Bewertung und verdrängt den Vorjahressieger LVM auf Platz zwei. Mit nur drei Punkten Abstand folgt die Alte Oldenburger. Alle drei Gesellschaften – zusammen mit der Signal Iduna – erhalten die Höchstwertung „mmm+“ für hervorragende Leistungen.
Enge Spitzengruppe
Der LVM (91,2 Prozent) und die Alte Oldenburger (90,8 Prozent) liegen dicht hinter der Universa. Die Signal Iduna folgt mit 88,2 Prozent und komplettiert die Spitzengruppe. Mit der Bestnote „mmm+“ ausgezeichnet, zählen sie zu den bilanzstärksten Anbietern im PKV-Markt.
Knapp darunter rangiert die VGH Provinzial mit 81,7 Prozent, die damit die Gruppe der mit „mmm“ bewerteten Krankenversicherer anführt. Auch Inter, Hallesche, Allianz, R+V und Landeskrankenhilfe erhalten eine sehr gute Bewertung.
Neue Kriterien im Rating
Erstmals berücksichtigt wurden in diesem Jahr zwei zusätzliche Kennzahlen: das Wachstum nach verdienten Bruttobeiträgen sowie die Entwicklung der Vollversichertenzahl. Beide flossen mit geringer Gewichtung in die Gesamtwertung ein. Bewertet wurden insgesamt zwölf Kennzahlen, jeweils als Fünf-Jahres-Durchschnitt, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen.
Die Bewertungslogik bleibt klar strukturiert: Ab 85 Prozent gibt es ein „mmm+“ für hervorragende Leistungen, ab 75 Prozent ein „mmm“ für sehr gute Ergebnisse, ab 65 Prozent ein „mm“ für gute und ab 55 Prozent ein „m“ für befriedigende Leistungen. Darunter folgt die Kategorie „m-“ für ausreichende Bilanzkennzahlen.
Leichtes Wachstum bei Vollversicherten
Ende 2024 waren 8,739 Millionen Personen vollversichert – ein Plus von 29.563 gegenüber dem Vorjahr. Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des map-report, sieht darin ein Signal für Stabilität: „Das ist nicht sonderlich spektakulär und weit entfernt vom Wachstum zur Jahrtausendwende, aber es ist der zweite Zuwachs in Folge und der höchste seit dem Jahr 2011.“
Während Debeka, Arag, HanseMerkur und Barmenia ihre Bestände ausbauen konnten, verzeichneten DKV, Continentale und Allianz Rückgänge. Vor allem die Debeka dominierte mit einem Plus von über 27.000 Neukunden.
Beitragseinnahmen steigen – Wettbewerb über Umdeckungen
Die Beitragseinnahmen legten im Durchschnitt um 4,3 Prozent zu, stärker als im Vorjahr (3,1 Prozent). Besonders Arag und Concordia verzeichneten zweistellige Zuwachsraten. Gleichzeitig wuchs die Bedeutung von Umdeckungen: Übertragungswerte aus Anbieterwechseln entwickeln sich zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Die HanseMerkur verbuchte mit einem positiven Saldo von 41,1 Millionen Euro den höchsten Nettozufluss.
Zukunftsfragen für die Branche
Die Branche bleibt durch steigende Behandlungskosten, zunehmende Schadenaufwendungen und die Diskussion über Beitragsstabilität gefordert. Zwar wuchsen Kapitalanlagen (+3,5 Prozent auf 371,9 Milliarden Euro) und Alterungsrückstellungen (+4,2 Prozent auf 341,7 Milliarden Euro) weiter an, doch Kostendruck und Transparenzfragen rund um Umdeckungen sorgen für Spannungen.
„Externe Umdeckungen lösen neue Abschlussprovisionen aus – ein Anreiz, der nicht immer im Sinne des Kunden liegt. Fehlt die transparente Beratung, wird aus der vermeintlichen Kostenoptimierung schnell ein Risiko für die finanzielle Stabilität im Alter“, warnt Michael Franke.
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