Wirtschaftskrise belastet Arbeitsklima
Die angespannte Wirtschaftslage in Deutschland wirkt sich spürbar auf das Betriebsklima aus. Während in finanziell stabilen Unternehmen mehr als die Hälfte der Beschäftigten ein gutes Arbeitsklima sehen, fällt die Bewertung in krisengeplagten Firmen deutlich schlechter aus. Das zeigt die aktuelle Beschäftigtenbefragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Wirtschaftliche Sorgen drücken auf die Stimmung
Die jüngste IW-Erhebung macht deutlich: Beschäftigte in wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen bewerten das Arbeitsklima im Schnitt mit der Schulnote 3,0. In Betrieben ohne wirtschaftliche Probleme liegt der Wert bei 2,6. Auch in der Detailbetrachtung zeigen sich Unterschiede: 53 Prozent der Beschäftigten in stabilen Unternehmen empfinden das Klima als gut oder sehr gut, in krisengeplagten Firmen sagen das nur 34 Prozent.
Belastung für Führungskräfte und Teams
Besonders kritisch wird die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten beurteilt. Rund 16 Prozent der Beschäftigten in wirtschaftlich schwachen Unternehmen vergeben hier die Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Damit liegt der Anteil mehr als doppelt so hoch wie in finanziell stabilen Betrieben. Auch unter Kolleginnen und Kollegen leidet das Miteinander: Sechs Prozent der Befragten in Krisenunternehmen benoten den Zusammenhalt schlecht – in gesunden Unternehmen ist dieser Wert deutlich geringer.
Resilienz durch gutes Miteinander
„Die wirtschaftlich angespannte Lage schlägt unmittelbar auf das Betriebsklima durch“, erklärt IW-Arbeitsmarktexpertin Andrea Hammermann. Führungskräfte stünden in solchen Situationen vor einem Spagat: Einerseits müssten sie Kosten im Blick behalten, andererseits die Sorgen der Mitarbeiter ernst nehmen. „Gerade in schwierigen Zeiten ist ein gutes Miteinander ein entscheidender Resilienzfaktor – für Unternehmen wie für Beschäftigte“, so Hammermann.
Methodik der Befragung
Die Ergebnisse basieren auf der jährlichen IW-Beschäftigtenbefragung, die seit 2023 online unter sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Minijobbern durchgeführt wird. 2025 nahmen über 5.000 Personen teil, von denen 4.977 Antworten ausgewertet wurden. Zum ersten Mal wurden spezifische Indikatoren zum Arbeitsplatzklima erhoben, etwa Arbeitsinhalte, Arbeitspensum, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Vergütung, Entscheidungsspielräume, Beteiligungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie die Zusammenarbeit mit Kollegen und Führungskräften. Die Bewertung erfolgte auf einer Schulnotenskala von 1 („sehr gut“) bis 6 („ungenügend“).
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