Steigende Kosten im Zahlungsverkehr durch Online-Bezahlmethoden

Veröffentlichung: 21.12.2018, 06:12 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Zahlen per Lastschriftverfahren oder auf Rechnung sind noch immer die häufigsten Zahlverfahren der Deutschen bei Versicherungen. Das zeigt die Studie „Bezahlverhalten von Versicherungskunden – heute und morgen“ von ibi research an der Universität Regensburg.

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Anhand von Konsumenteninterviews, die je zur Hälfte telefonisch und online durchgeführt wurden, wurde ermittelt, wie Kunden von Versicherungen etablierten und neuen Zahlungsverfahren gegenüberstehen und worauf es bei ihrer Wahl des Zahlungsverfahrens im Versicherungsumfeld ankommt.

Immer mehr Online-Abschluss

27 Prozent wollen möglichst alle Versicherungen online abschließen, 35 Prozent zumindest manche und nur noch 38 Prozent schließen lieber persönlich oder telefonisch ab.

Wenn die genutzten Versicherungsprodukte betrachtet werden, wird heute bereits etwa jede dritte Versicherung online abgeschlossen, im Kfz-Bereich sogar fast jede zweite, bei Reiserücktrittsversicherungen sind es bereits zwei von drei.

Fast 90 Prozent per Lastschrift oder Überweisung

Die Zahlung per Lastschrift oder per Überweisung dominiert eindeutig, denn rund neun von zehn Versicherungen werden aktuell über diese beiden Wege bezahlt. Allerdings werden auch Alternativen gewünscht: So würden 9 Prozent gerne mit Karte zahlen und 14 Prozent typische Online-Verfahren.

Mit 63 Prozent der Befragten wird auf jeden Fall, wenn man das Bezahlverhalten der Befragten im Online-Einzelhandel heranzieht, PayPal bevorzugt. Auch die Sofortüberweisung wird oft genutzt (23 Prozent). Amazon Pay, giropay oder paydirekt hingegen werden weniger häufig genutzt.

Vor allem eines zeigt die Studie deutliche: Je online-affiner der Befragte, desto häufiger wird der Wunsch nach PayPal & Co. geäußert.

Dr. Georg Wittmann, ibi research, dazu:

„In diesem Kontext sollten Versicherungsunternehmen sich mittelfristig überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, einige der Online-Bezahlverfahren für ausgewählte Produkte anzubieten. Dabei sollten die Versicherer neben der Erhöhung der Conversion Rate durch die neuen Bezahlverfahren auch die Kosten – direkt und indirekt – sowie die Risiken dieser Verfahren mit in ihre Überlegungen einbeziehen.“

Vor allem Jüngere wollen andere Bezahlverfahren

Die Befragten im Alter zwischen 18 und 25 Jahren möchten rund 10 Prozentpunkte weniger Rechnung beziehungsweise Lastschrift als der Durchschnitt. Ein ähnliches Bild zeigt sich übrigens auch beim Exkasso: Nur noch 67 Prozent der 18-25-Jährigen setzen hier auf die Überweisung auf das eigene Bankkonto.

Kosten für Versicherungen können steigen

Versicherungen sollten sich bezüglich dieser Veränderungen Gedanken machen, denn die Verschiebungen bei den Bezahlmethoden können zukünftig zu deutlich höheren Abwicklungskosten führen. Werden Teile der meist sehr kostengünstigen Lastschrift- und Rechnungsprozesse durch die in der Regel mit höheren Kosten verbundenen Online-Bezahlverfahren ersetzt, kann dies zu deutlichen Kostensteigerungen und Prozessveränderungen führen.

Aber Versicherer werden die höheren Kosten wohl nicht alleine tragen müssen, denn 22 Prozent der Befragten gaben an, bei einem „etwas teureren“ Versicherer abzuschließen, wenn sie dort mit ihrem bevorzugten Verfahren zahlen könnten. Bei den online-affinen Kunden waren es sogar 27 Prozent, bei den offline-affinen Kunden dagegen nur 10 Prozent.

Versicherer müssen künftig die Zahlungsgewohnheiten ihrer Kunden im Auge behalten, um den Online-Absatz ihrer Versicherungsprodukte sowie die Kosten der Bezahlverfahren nicht zu gefährden.

Bilder: (1) © Sergey Nivens / fotolia.com (2-4) © ibi research

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