Hard Brexit würde besonders deutsche Unternehmen treffen
Nur noch wenige Monate bleiben der Politik für alle Beteiligten, den Brexit-Vertrag zuzustimmen und damit eine Einigung beim Brexit zu erreichen. Wenn dies nicht gelingt, würden die Briten ohne Freihandelsabkommen die EU verlassen.
Die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals müsste in der Folge hohe Kosten stemmen, denn es würden Zölle fällig.Vor allem deutsche Unternehmen würden unter einem harten Brexit leiden, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Zölle in Milliardenhöhe
Unter Berücksichtigung der bilateralen Handelsstrukturen und der Regeln der Welthandelsorganisation könnte die EU Zölle in Höhe von durchschnittlich 2,8 Prozent auf britische Exporte erheben, das Vereinigte Königreich sogar von 3,6 Prozent auf Waren aus der Rest-EU. Deutsche Exporte ins Vereinigte Königreich würden mit durchschnittlich 4,3 Prozent belastet.
Für EU-Firmen entstünden bei gleichbleibendem Handelsvolumen Kosten von mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr. Britische Unternehmen müssten gut fünf Milliarden Euro stemmen. Auf die deutschen Unternehmen kämen Zölle in Höhe von mehr als drei Milliarden Euro zu, belgische und niederländische Unternehmen müssten jeweils über eine Milliarde Euro an Mehrkosten tragen.
Vor allem Automobilindustrie betroffen
Auf die hiesige Automobilindustrie würden rund 60 Prozent der zusätzlichen deutschen Abgaben entfallen. Auf lange Sicht dürfte die Wirtschaft jedoch reagieren, also Preise anheben und Warenströme verlagern.
Großer Handelseinbruch möglich
Rund fünf Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes hängen direkt und indirekt am Handel mit den Briten. Das Königreich ist damit der drittwichtigste Handelspartner für hiesige Unternehmen. Das könnte sich in absehbarer Zeit dramatisch ändern.
In der Folge könnte der Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU um bis zu 50 Prozent einbrechen, zeigen die IW-Berechnungen. Die deutschen Exporte ins Königreich würden um bis zu 57 Prozent zurückgehen.
Bild: © tanaonte / fotolia.com
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