Vermögenswirksame Leistungen sind ungenutzt

Veröffentlichung: 29.03.2018, 05:03 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Jährlich verfallen 1,6 Milliarden Euro an Ansprüchen auf Vermögenswirksame Leistungen in Deutschland. Denn mehr als 20 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland haben Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen, aber nur rund 13 Millionen Menschen machen davon Gebrauch. Dies hat Prof. Jens Kleine vom CFin – Research Center for Financial Services analysiert.

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Lupe-Hunderter-194820180-FO-alekleksLupe-Hunderter-194820180-FO-alekleks© alekleks / fotolia.com

In Westdeutschland bleiben dabei jährlich deutlich mehr Ansprüche ungenutzt als im Osten. Gemäß den Studienergebnissen verfallen in Westdeutschland jährlich 1,4 Milliarden Euro nicht genutzter Ansprüche, in Ostdeutschland sind es rund 240 Millionen Euro.

Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der ebase, dazu:

„Zu viele in Deutschland lassen die Möglichkeit des VL-Sparens ungenutzt. Das ist bares Geld in Milliardenhöhe, das hier Jahr für Jahr verschenkt wird und mit der entsprechenden Anlage bspw. sehr gut bei der Altersvorsorge helfen könnte.“

Betrachtung der Bundesländer

Wenn man die Bundesländer vergleicht wird deutlich, dass die Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg die „Spitzenreiter“ darin sind, bestehende VL-Ansprüche nicht abzurufen. So sind es allein in Nordrhein-Westfalen 364 Mio. Euro die trotz des bestehenden Anspruchs ignoriert werden.

Christoph König, Digital Officer von ebase, ergänzt:

„Es hat uns sehr überrascht, dass so viele Menschen in Deutschland ihren bestehenden Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen nicht nutzen, obwohl die Problematik der Rentenlücke für viele präsent ist. Gut möglich, dass vielen der Vertragsabschluss zu aufwändig erschien oder keine verständlichen Informationen über die notwendigen Schritte einfach zur Hand waren und deshalb die Ansprüche bisher vielfach verfallen.“

Website bietet Informationen

Um diese Widerstände zu überwinden hat die European Bank for Financial Services (kurz: ebase) die Initiative „Deutschland spart VL“ ins Leben gerufen. Auf der Seite erhalten Interessierte vielfältige und leicht verständliche Informationen zu den Möglichkeiten des VL-Sparens. Selbst über das Smartphone können VL-Verträge nun bequem eingerichtet werden.

Zwar erscheint der monatliche VL-Anspruch, der je nach Berufssparte und Tarifgruppe zwischen 6,65 und 40 Euro liegt, auf den ersten Blick als relativ gering. Aber Rudolf Geyer erklärt, dass bei einer guten Anlageform auch diese Beträge zu einem echten Vermögen heranwachsen können.

Analyse zeigt, dass sich VL-Sparen lohnt

Die Wertenwicklung des DAX in den letzten 30 Jahren lag im Durchschnitt bei rund sieben Prozent jährlich. Legt man diese Wertentwicklung im Rahmen der folgenden unverbindlichen Beispielrechnungen zugrunde, hätten VL-Sparpläne auf DAX-ETFs entsprechend bei regelmäßigen Sparraten von 6,65 Euro nach sieben Jahren eine Sparsumme von 741 Euro ergeben. Sofern über das Berufsleben von 40 Jahren angespart worden wäre, sogar 25.747 Euro.

Bei VL-Berechtigten mit einem monatliche Anspruch auf 40 Euro, oder falls freiwillig auf diese Summe aufgestockt worden ist, wäre das Vermögen binnen sieben Jahren auf 4.459 Euro angewachsen und in 40 Jahren auf die stolze Summe von 154.868 Euro.

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