InsurTech: Über 74 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Veröffentlichung: 30.01.2018, 09:01 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Deutsche InsurTechs haben 2017 mehr als 74 Millionen US-Dollar bei Investoren eingesammelt. Das zeigt die „InsurTech-Funding Studie 2017“ von Finanzchef24.

(PDF)
Rakete-aus-Laptop-133966686-FO-alphaspiritRakete-aus-Laptop-133966686-FO-alphaspirit

Untersucht wurden die abgeschlossenen Finanzierungsrunden des vergangenen Jahres im deutschen, britischen und US-amerikanischen Markt. Das Ergebnis zeigt: InsurTechs haben sich als fester Bestandteil der Versicherungsbranche etabliert. Vor allem in Deutschland ist die Zahl der aktiven InsurTechs deutlich gestiegen und das trotz sinkender Investitionen im Vergleich zum Vorjahr (2016: über 82 Mio. US-Dollar).

Trend 1: Entwicklung geht Richtung digitale Direktversicherer

Waren es 2016 nur acht Start-ups, die dem Geschäftsmodell „Direct Insurer/Tied Agent“ folgten, sind es aktuell 25. Dieser Trend spiegelt auch das Interesse der Investoren in Deutschland: Mit sechs Investitionen in Höhe von mindestens 64 Millionen US-Dollar gingen die meisten Gelder in diesen Sektor.

Allein 50 Millionen US-Dollar und damit die höchste Finanzierung 2017 im deutschen Markt erhielt der digitale Krankenversicherer ottonova.

Dieser Kurs lässt sich auch in UK und USA erkennen: Im Ganzen flossen in allen drei Märkten über 671 Millionen US-Dollar ins Wachstum von jungen Direktversicherern. Für Investoren am relevantesten bleiben gerade in diesem Sektor nach wie vor Geschäftsmodelle im Bereich B2C und Health. Während im Vorjahr in Deutschland vor allem Anbieter im Bereich „Insurance Management“ dominierten, gab es 2017 mit zwei Investitionen in Höhe von 138.000 US-Dollar nur wenig Bewegung in diesem Segment (2016: über 57 Mio. US-Dollar).

Trend 2: Softwarelösungen und digitale Markplätze unverändert gefragt

Weiterhin hoch ist das Wachstum in Bereich „Sales Tools/Software“ für Versicherer und Makler.

Mit 19 abgeschlossenen Finanzierungsrunden in Deutschland, UK und USA belief sich hier die Gesamtinvestition auf über 120 Millionen US-Dollar. Gleichermaßen entwickeln sich in allen drei Ländern auch InsurTechs aus der Kategorie „Marketplace/Aggregator“ mit Funding-Summen von über 190 Millionen US-Dollar bei insgesamt 18 getätigten Investitionen.

Trend 3: Bedeutung von Gewerbelösungen steigt

Einen Aufschwung erlebte in Deutschland auch der Markt für „B2B/SME“-Lösungen. Sieben Neugründungen mit der Ausrichtung auf Gewerbekunden ergänzen seit 2017 die Versicherungslandschaft und konnten mit diesem Fokus Investitionen von knapp 80.000 US-Dollar erzielen. Vorreiter bleiben hier weiter die USA mit über 71 Millionen US-Dollar an Investitionen, wo sich diese Trendentwicklung seit vergangenem Jahr weiter festigt.

cms.ooyit.x Infografik InsurTech-Finanzierungen

Bilder: (1) © alphaspirit / fotolia.com (2) © finanzchef24

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Hand-Insurtech-Leiterbahnen-389393449-AS-WrightStudioHand-Insurtech-Leiterbahnen-389393449-AS-WrightStudio– stock.adobe.com
Digitalisierung

Investitionsvolumen in Insurtechs wieder auf Höchstniveau

Im dritten Quartal 2020 wurden weltweit Investitionen in Insurtechs in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar in insgesamt 104 Transaktionen getätigt. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorquartal von 63 Prozent im Investitionsvolumen und 41 Prozent in der Transaktionsanzahl.
Anzugtraeger-Dollar-Kugel-45654460-FO-Sergey-NivensAnzugtraeger-Dollar-Kugel-45654460-FO-Sergey-NivensSergey Nivens / fotolia.com
Assekuranz

Über 173 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Der „InsurTech-Funding Studie“ von Finanzchef24 zufolge sammelten deutsche Start-ups der digitalen Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr rund 100 Millionen US-Dollar mehr ein als im Jahr 2017.
Mark Lohweber, Vorstandsvorsitzender der adesso SEMark Lohweber, Vorstandsvorsitzender der adesso SEadesso
Digitalisierung

Digitale Souveränität: Deutsche Unternehmen ohne klare Strategie

Digitale Souveränität gilt als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Doch der neue „Index Digitale Souveränität“ von adesso und dem Handelsblatt Research Institute zeigt: Vier von fünf Unternehmen haben keine Strategie – und bleiben stark von nicht-europäischen Anbietern abhängig.
Stephan Schüren, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Schüren GmbH in Erkelenz. Er ist auf Fördermittelberatung, Unternehmensfinanzierung und Existenzgründung spezialisiert und vom BAFA und der IHK anerkannter Berater.Stephan Schüren, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Schüren GmbH in Erkelenz. Er ist auf Fördermittelberatung, Unternehmensfinanzierung und Existenzgründung spezialisiert und vom BAFA und der IHK anerkannter Berater.Unternehmensberatung Schüren GmbH
Chefsache

„Unternehmen müssen aufhören, Fördergelder liegen zu lassen!“

Herausforderungen stehen für Unternehmer mittlerweile an der Tagesordnung. Doch bleibt eine mögliche Lösung immer noch zu oft ungenutzt. Warum Fördermittel in der Wirtschaft weiterhin stiefmütterlich behandelt werden und wie sich dies ändern lässt, erklärt Stephan Schüren, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Schüren GmbH, in seinem Gastkommentar.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht