Wunsch contra Wirklichkeit: Vater Staat soll’s richten

Veröffentlichung: 07.09.2017, 05:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Rente und Vater Staat gehen in der Wahrnehmung der Deutschen nach wie vor Hand in Hand: Für 48 Prozent der Bundesbürger liegt die alleinige Verantwortung für die Altersvorsorge beim Staat.

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Das ist das Ergebnis einer repräsentativen YouGov-Umfrage „Rente und Politik“, die das Meinungsforschungsinstitut im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life durchgeführt hat. Das Unternehmen hat über 2.000 Bundesbürger zur Rolle der Politik und zu ihren Erwartungen hinsichtlich der gesetzlichen Rente befragt.

Der deutsche Traum vom Vater Staat

Abseits der 48 Prozent, bei denen Wunsch und Wirklichkeit extrem weit auseinanderklaffen, sehen 41 Prozent zumindest eine Teilverantwortung beim Bürger. Die Befragten sprechen hier von der Sicherung einer Mindestrente, zu der Vater Staat verpflichtet ist – der verbleibende Betrag muss allerdings privat geleistet werden.

Lediglich 4 Prozent sind der Meinung, jeder sollte ausschließlich eigenverantwortlich vorsorgen.

Der Zweifel nagt…

Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Zwei Drittel zweifeln daran, ihren aktuellen Lebensstandard mit der eigenen gesetzlichen Rente aufrechterhalten zu können. Die Wirklichkeit zeigt also: Zwar wäre es dem Deutschen nach wie vor am liebsten, die Verantwortung in staatliche Hände legen zu können, gleichzeitig herrscht jedoch große Skepsis, wenn es um die Absicherung des Alters geht.

Insgesamt zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass ihre persönliche staatliche Rente wahrscheinlich eher nicht (21 Prozent) oder überhaupt nicht (45 Prozent) ausreichen wird, um den aktuellen Lebensstandard im Alter zu sichern. Nur 11 Prozent glauben, dass ihre gesetzliche Rentenleistung zur Deckung des Lebensstandards eher (8 Prozent) oder voll und ganz (2 Prozent) genügt.

Der stellvertretende Deutschlandchef von Canada Life Bernhard Rapp betont:

„Die meisten wissen, dass sie sich nicht alleine auf den Staat verlassen können, wenn es um die finanzielle Vorsorge für das Alter geht.

Viele müssten ihre private Vorsorge noch aufstocken. Aber nicht alle tun dies von alleine – daher ist es nach wie vor eine wichtige Aufgabe der Politik, aber auch der Versicherungsbranche, für dieses Thema zu sensibilisieren.“

Die deutsche Sparmentalität

Die Umfrage zeigt auch: Die Bereitschaft der Bundesbürger zum Sparen ist groß. 47 Prozent würden bei etwaigen Steuerersparnissen nach der Bundestagswahl das Geld zunächst beiseitelegen und später über die Verwendung nachdenken. 14 Prozent würden direkt in eine private Renten- oder Berufsunfähigkeitsversicherung investieren. Nur 17 Prozent würden das Geld sofort für privaten Konsum ausgeben. 14 Prozent hingegen wissen nicht, wie sie die finanziellen Mittel verwenden würden.

Rapp erklärt:

„Der Wille, finanziell für die Zukunft vorzusorgen, ist da. Zugleich stehen viele Verbraucher aber derzeit vor dem Problem, wie sie ihre Ersparnisse angesichts der niedrigen Zinsen gewinnbringend anlegen sollen. Gerade hier sind unabhängige Makler und Finanzberater mehr denn je gefragt.“

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