Früher in Rente zu gehen kostet

Veröffentlichung: 05.09.2017, 06:09 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Mit Einführung des Flexirentengesetzes zum 01. Juli 2017 ist der Ausgleich von Abschlägen in der gesetzlichen Rente bei einem vorzeitigen Renteneintritt früher möglich als bisher. Diese Zahlungen können jetzt bereits ab dem 50. Lebensjahr und nicht wie vormals, ab dem 55. Lebensjahr, vorgenommen werden.

(PDF)
Hand-Kreide-Striche-Tafel-62614478-FO-Juergen-FaelchleHand-Kreide-Striche-Tafel-62614478-FO-Juergen-Faelchle

Ein Rentenbeginn, der von dem gesetzlichen Renteneintrittsalter abweicht, führt zu Ab- beziehungsweise Zuschlägen. So wird ein späterer Renteneintritt mit einem Zuschlag von 0,5 Prozent pro Monat honoriert. Bei einem vorzeitigen Rentenantritt wird die gesetzliche Rente um 0,3 Prozent für jeden früheren Monat gekürzt.

Gehen Versicherte ein Jahr früher in Rente, müssen sie mit einer Minderung der Rentenbezüge von 3,6 Prozent rechnen. Bei einer ursprünglichen monatlichen Rentenzahlung von 1.500 Euro sind das 54 Euro im Monat. Zu berücksichtigen ist auch, dass diese Kürzung für die gesamte Rentenbezugsdauer gilt.

Versicherte können diesen Abschlag jedoch über eine zusätzliche Beitragszahlung ganz oder teilweise ausgleichen. Doch günstig ist das nicht wirklich. Legen wir die aufgeführten Werte zugrunde, würden dafür 12.760 Euro anfallen. Möchte ein Versicherter sogar drei Jahre früher den Ruhestand genießen, wären bei dem genannten monatlichen Rentenbezug von 1.500 Euro insgesamt 41.380 Euro fällig, um einen monatlichen Abschlag in Höhe von 162 Euro zu kompensieren.

Deshalb regt Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge an:

„Diese finanziellen Folgen eines vorgezogenen Rentenbeginns sollten in der Planung des eigenen Ruhestandes bedacht werden. Nicht ohne Grund wurde der Zeitpunkt, ab dem solche Zahlungen möglich sind, vom Gesetzgeber vorgezogen. Damit soll den Versicherten mehr Zeit eingeräumt werden, um die Vorkehrungen für den Wechsel vom Erwerbsleben in die Rentenphase zu treffen.“

Alternativ kann eine Rentenlücke auch mit einer privaten Vorsorge geschlossen werden. In der Planung des individuellen Ruhestandes sollten daher immer verschiedene Optionen geprüft werden.

Bild: © Jürgen Fälchle / fotolia.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Businessman savings money in piggy bank goal achievement chart graph and arrows. Funds and stock Investment profits. assets, wealth, lucrative. Purchase insurance and investing for retirement concept.Businessman savings money in piggy bank goal achievement chart graph and arrows. Funds and stock Investment profits. assets, wealth, lucrative. Purchase insurance and investing for retirement concept.Kiattisak – stock.adobe.com
Finanzen

So investieren die Deutschen in ihre Altersvorsorge

Während die private Vorsorge und die bAV deutlich an Beliebtheit gewinnen, gehört die Riester-Rente zu den klaren Verlierern. Besonders fondsgebundene Produkte werden als Alternative zur klassischen Lebensversicherung mit ihrer rekordtiefen Garantieverzinsung immer stärker nachgefragt.
Aerial view of crowd people connected by lines, social media and communication conceptAerial view of crowd people connected by lines, social media and communication conceptmaster1305 – stock.adobe.com
Fürs Alter

Das Konzept der Bürgerrente stößt auf breite Zustimmung

Bei der Entscheidung für eine private Altersvorsorge ist den Deutschen vor allem Sicherheit wichtig. So stößt das Konzept der Bürgerrente mit seinen leicht verständlichen Fördermöglichkeiten durch den Staat auf breite Zustimmung, besonders bei der jüngeren Generation.
FreundeFreundeMAK – stock.adobe.com
Finanzen

Altersvorsorge an steigende Lebenserwartung anpassen

Die statistische Lebenserwartung steigt jährlich. So werden im Jahr 2070 Frauen rund 88 Jahre alt und Männer 84 Jahre. Das ist erfreulich, stellt aber den Aufbau Altersvorsorge vor Herausforderungen. Plansecur gibt Empfehlungen für Finanzanlagen, die ein ganzes Leben lang halten.
Frau-571884693-AS-peopleimages-comFrau-571884693-AS-peopleimages-compeopleimages.com – stock.adobe.com
Finanzen

Nur jede vierte Frau in Deutschland erwartet, ihre Wunschrente zu erreichen

Frauen streben durchschnittlich ein über 5.000 Euro niedrigeres jährliches Einkommen im Ruhestand an als Männer. Vor allem fehlende finanzielle Mittel verhindern, dass mehr für die Rentenzeit gespart wird. Eine statistisch höhere Lebenserwartung wird oft bei der Ruhestandsplanung vernachlässigt.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht