Verschärftes Sparen bei der Zurich

Veröffentlichung: 02.05.2016, 13:05 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Die Zurich Gruppe Deutschland rüstet sich für die Zukunft und investiert massiv in neue Systeme und Technologien, um den sich wandelnden Kundenbedürfnissen besser Rechnung zu tragen.

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Im Rahmen der Jahrespressekonferenz stellte Marcus Nagel, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland, das Strategieprogramm „z e1ns“ vor:

“Wir wollen Maßstäbe im Markt setzen und die Voraussetzungen schaffen, Zurich als einen der Top 5 Player im deutschen Markt zu etablieren. Unser Plan sieht unter anderem vor, dass wir die Komplexität und Kostenbasis im Unternehmen spürbar reduzieren. Wir wollen unsere Ertragskraft stärken, Effizienzen heben und Innovationen im Sinne einer konsequenten Kundenorientierung vorantreiben. So werden Produkte und Services durch ‚agiles Arbeiten‘ und ‚design thinking‘ deutlich schneller entwickelt und marktfähig gemacht. Wir werden in Zukunft radikal anders arbeiten – kreativer, kundenorientierter, pragmatischer. Wir stellen uns darauf ein, Veränderungen nicht als vorübergehende Phase zu verstehen, sondern als andauernden Prozess, den wir zukunftsorientiert mitgestalten wollen.“

Ein Beispiel für innovative kundenorientierte Lösungen ist eine neue Schaden-App für eine schnellere Regulierung im Kfz-Schadenfall. Damit können Kunden per Smartphone dokumentierte Schäden bis zu einer Grenze von 2.500 EUR innerhalb von nur 4 Stunden begutachten und regulieren lassen. Auch wird Zurich nach PKW-Hagelschadenereignissen künftig großflächige Scanner, die einer Portalwaschanlage ähneln, einsetzen. Damit wird es im Rahmen von Sammelbesichtigungen möglich, sämtliche Hagelschäden an einem Kraftfahrzeug innerhalb weniger Minuten zu erfassen.

Gestiegene Bruttobeiträge in 2015

Die Zurich Gruppe Deutschland blickt auf eine positive Entwicklung der Bruttobeitragseinnahmen im Geschäftsjahr 2015 zurück. Diese stiegen gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf 6,5 Mrd. EUR. Damit erzielte Zurich trotz des schwierigen Marktumfeldes eine solide Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Auf das Schaden-/Unfall-Geschäft (inkl. Industrieversicherung) entfielen 2,5 Mrd. EUR (2014: 2,4 Mrd. EUR). Im Leben-Segment wurden Beiträge in Höhe von 4,0 Mrd. EUR (2014: 3,9 Mrd. EUR) erzielt.

Uneinheitliche Ergebnisentwicklung

Das Betriebsergebnis der Zurich Gruppe Deutschland vor Steuern (Business Operating Profit, BOP) ging im Geschäftsjahr 2015 auf 208 Mio. EUR von 279 Mio. EUR (2014) zurück. Die rückläufige Gesamtentwicklung des BOP ist auf den Rückgang im Schaden-/Unfall-Geschäft zurückzuführen. Das Betriebsergebnis ging im Geschäftsjahr 2015 auf 10 Mio. EUR (2014: 120 Mio. EUR) zurück. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (Combined Ratio) stieg um 6 Prozent von 98 Prozent (2014) auf 104 Prozent (2015). Diese Entwicklung ist unter anderem auf eine höhere Großschadenquote (+3 Prozentpunkte) sowie auf um 2 Prozentpunkte höhere Kosten zurückzuführen.

Anders die Entwicklung im Leben Segment: „Im Lebensversicherungs-Geschäft konnten wir im Geschäftsjahr 2015 einen Anstieg des Betriebsergebnisses um 24,5 Prozent auf 198 Mio. EUR erzielen. Damit haben wir uns erfolgreich in einem herausfordernden Marktumfeld entwickelt“, so Marcus Nagel. Das Neugeschäft in der Leben-Sparte stieg um rund 14 Prozent auf 373 Mio. EUR (2014: 328 Mio. EUR).

Strategieprogramm

Zurich investiert massiv in neue digitale Systeme und Prozesse. Die Organisationsstruktur soll so schlanker und kostengünstiger aufgestellt werden. Bereits im vergangenen Jahr wurde eine Reduzierung des Personalbestandes um 500 Vollzeit-Stellen (Full-Time-Equivalent, FTE) bis Ende 2017 angekündigt. Bis Ende 2018 soll der Rückgang, vorbehaltlich der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen, insgesamt rund 825 FTE auf dann rund 4.300 FTE betragen.

„Die Digitalisierung nimmt nicht nur bei Zurich oder in der Versicherungsbranche, sondern weit über die Branchengrenzen hinweg Fahrt auf. Bestimmte Jobs wird es in Zukunft nicht mehr geben. Dies gilt auch für uns. Dort, wo wir Prozesse automatisieren und digitalisieren, beispielweise durch die Ausweitung von Dunkelverarbeitung von Versicherungsanträgen, und dort, wo wir nicht auf andere Tätigkeiten umschulen können, werden Stellen wegfallen.“

Reduzierung der Zahl der Direktionsstandorte

Wie bereits berichtet, werden die Zurich Direktionsstandorte Bonn und Köln zusammengeführt. Auch im Rhein-Main-Gebiet soll es statt drei künftig nur noch einen Direktionsstandort geben. Die bisherigen Standorte Oberursel und Wiesbaden sollen bis 2019 aufgegeben werden. In Frankfurt ist unter anderem das Kredit&Kautions- und Industrieversicherungsgeschäft (Global Corporate Germany) von Zurich beheimatet.

Bild: © Africa Studio/ fotolia.com

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