Weniger Unfälle, mehr Diebstahl und Vandalismus

Veröffentlichung: 28.04.2016, 07:04 Uhr - Lesezeit 7 Minuten

Beunruhigende Tendenz - die Kriminalität rund um das Kfz nimmt zu. In der Teilkasko sorgten vor allem Schäden rund um den Diebstahl von Navigationsgeräten für Ärger - ebenso wie die drastisch gestiegenen Folgekosten. In der Vollkasko stiegen die Vandalismus- Kosten am deutlichsten. Erfreulich war hier hingegen - Auffahrunfälle und Kollisionen mit Objekten nahmen ab.

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LeasePlan Deutschland, eine der führenden Leasing- und Fuhrparkmanagmentgesellschaften in Deutschland, hat das Kfz-Versicherungsjahr 2015 analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass im letzten Jahr Kriminalität rund um das Auto zu den größten Kostentreibern im Bereich der Kfz-Versicherung geführt hat. Dieter Jacobs, Geschäftsleitung Fuhrparkmanagement bei LeasePlan dazu:

"Ob Diebstahl von Navigationsgeräten oder sonstige Teilediebstähle in der Teilkasko sowie Vandalismus in der Vollkasko - die Kriminalität rund um das Kfz war in 2015 das größte Problem für Fahrzeughalter und Versicherte."

Alleine im Jahr 2015 hat das Unternehmen über 42.000 Kfz-Schäden registriert, die Reparaturkosten verursacht haben. Darunter befanden sich mehr als 25.000 Vollkaskoschäden und knapp 17.000 Teilkaskoschäden. Fremdverschuldete Schäden werden in dieser Analyse nicht erfasst, da LeasePlan hier im Auftrag ihrer Kunden die Ansprüche gegenüber der gegnerischen Kfz-Versicherung geltend macht.

Teilkasko: Folgekosten von Navi-Klau in 2015 deutlich gestiegen

Deutlichster Kostentreiber im Bereich der Teilkasko war im Jahr 2015 der Diebstahl von Navigationsgeräten. Alleine hierfür sind die durchschnittlichen Schadenkosten pro versichertem Fahrzeug von 25 Euro auf 40 Euro gestiegen - eine Zunahme von 60 Prozent. "Die Schadenfrequenz hat sich zwar nicht signifikant verändert, allerdings sind die Kosten pro Schadenfall deutlich gestiegen. Im Durchschnitt verursachen Navi-Diebstähle heute Reparaturkosten von 7.000 Euro pro Schaden. „Der teuerste Schaden, der bei LeasePlan 2015 durch einen Navi-Diebstahl abgewickelt wurde, lag bei knapp 16.000 Euro", betont Jacobs.

"Wir haben es im Bereich der Navigations-Diebstähle unseres Erachtens mit unterschiedlichen Tätergruppen zu tun. Das Schadenbild zeigt, dass wir es nicht immer mit kriminellen "Experten" zu tun haben. Zum Teil ist das Diebesgut so beschädigt, dass es nicht mal zum Wiederverkauf taugt. Für Fahrzeughalter ist es dabei besonders ärgerlich, wenn beim Diebstahl ganze Kabelbäume oder auch teilweise die Elektrik beschädigt wurde. Häufig wird auch das Lenkrad mit entwendet, da hier Bedienelemente enthalten sind, mit denen man die Infotainment- Einheit - inklusive Navigationsgerät - steuern kann. Je nach Schadenbild können sich die Kosten so schnell aufsummieren. Bei Autofahrern führen auch individuelle Schadenhäufungen zum Verdruss - manche Fahrer sind bis zu vier Mal in einem Jahr von solchen Diebstählen betroffen - und die verlängerten Ausfallzeiten, bedingt durch Lieferengpässe bei Ersatzteilen."

Teilkasko: Schäden durch Diebstahl von sonstigen Fahrzeugteilen wurden teurer

Nicht ganz so rasant, aber dennoch steigend entwickelte sich auch die Kategorie "Einbruch/Diebstahl". Zwar stieg die Schadenfrequenz hier nur um ein paar Nachkommastellen. Dennoch wurden in 2015 auch hier die Schäden pro versichertem Fahrzeug merklich teurer.

Lagen die Schadenaufwendungen in 2014 noch bei 15 Euro pro Fahrzeug, wurden in 2015 schon 21 Euro pro Kfz fällig. Diese deutlichen Kostensteigerungen schlagen sich auch auf die gesamten Teilkasko-Aufwendungen pro Fahrzeug nieder. Nachdem diese von 257 Euro (2013) auf 202 Euro (2014) gesunken waren, sind die Teilkasko- Aufwendungen pro Fahrzeug im letzten Jahr wieder gestiegen - auf 227 Euro pro Fahrzeug.

Vollkasko: Kosten für Auffahrunfälle und Kollisionen mit Objekten nahmen ab

Im Bereich der Vollkasko gab es hingegen auch erfreuliche Entwicklungen. Die Gesamtaufwendungen pro Fahrzeug sind in der Vollkasko von 433 Euro (2014) noch einmal auf 426 Euro (2015) gesunken. Hierfür verantwortlich sind sowohl die leicht gesunkenen Frequenzen in den Kategorien "Kollision mit Objekt" und "Auffahrunfall" als auch die damit verbundene positive Kostenentwicklung: Die Kosten für Kollisionsschäden mit Objekt sind pro versichertem Fahrzeug um 8 Euro gesunken, die Aufwendungen für Auffahrunfälle um 10 Euro.

"Wir führen diese Entwicklungen - den leichten Frequenzrückgang und die deutlich verringerten Reparaturkosten - auf die zunehmende Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen zurück. Der Rückgang könnte ein Indiz dafür sein, dass Schäden hierdurch tatsächlich präventiv vermieden werden. Deutlicher ist hingegen, dass die Schäden, die entstehen, nicht so kostenintensiv sind. „Ob dieser Effekt langfristig ist, muss sich jedoch noch zeigen", kommentiert Jacobs die Entwicklung.

Vollkasko: Schadenkosten durch Vandalismus gestiegen

Entgegen dem insgesamt sinkenden Trend in der Vollkasko entwickelten sich die Schäden durch Vandalismus. Hier ist im letzten Jahr die Frequenz leicht gestiegen. Deutlicher war hingegen auch hier die durchschnittliche Kostenentwicklung je Schadenfall. So wurden statt 60 Euro (2014) im letzten Jahr 65 Euro pro versichertem Fahrzeug fällig. Damit gehörte die Kategorie Vandalismus 2015 zu den Kostentreibern in der Vollkasko.

Bild: © britta60 / fotolia.com

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