GKV-Finanzen im Defizit – BKK fordern Korrekturen

Veröffentlichung: 25.04.2016, 06:04 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Trotz sprudelnder Beitragseinnahmen weist die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 2015 hohe Defizite auf. Ein wesentlicher Grund dafür: Die politisch empfohlenen und in praxi erhobenen Zusatzbeitragssätze reichten nicht aus.

(PDF)
Zwei-Euro-Muenze-versinkt-89975322-FO-JamrooferpixZwei-Euro-Muenze-versinkt-89975322-FO-Jamrooferpix

Die Anhebung der Zusatzbeiträge wurde von vielen GKV-Kassen so lange es irgend geht verschoben, um einseitige Belastungen der Versicherten und Nachteile im Wettbewerb zu vermeiden. Deshalb schmolzen viele Krankenkassen ihre Vermögen ab. Aber auch dies reichte schlussendlich nicht, mussten doch die politisch induzierten Steigerungen im Ausgabenbereich auch finanziert werden.

Auch die Kassenart BKK schloss 2015 mit minus 287 Mio. Euro ab, d.h. die Einnahmen (Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds) konnten die Ausgaben für die Versorgung der BKK Versicherten nicht decken. Allein eine Kassenart beendete 2015 mit schwarzen Zahlen und dies, obwohl sie weit unterdurchschnittliche Zusatzbeitragssätze erheben konnte. Die in den verschiedenen Kassenarten sehr unterschiedlichen Finanzergebnisse weisen auf Unzulänglichkeiten und Verwerfungen im aktuellen RSA hin.

„Die Zuweisungskriterien aus dem Finanzausgleich müssen dringend reformiert werden – und zwar sofort. Wartet die Politik weiter ab und kommt es nicht zu zeitnahen Nachjustierungen im Morbi-RSA Red.: der krankheitsbedingt Risikostrukturausgleich wird Chancengleichheit im Wettbewerb zwischen den Kassenarten zerstört“, kommentiert Franz Knieps, Vorstand beim BKK Dachverband, die aktuellen Finanzergebnisse.

„Es ist nicht länger hinnehmbar, dass es einigen wenigen Kassen gelingt, trotz niedrigem Zusatzbeitrag noch Finanzreserven aufzubauen. Dabei könnten schon erste kleinere Justierungen im Finanzsystem erreichen, dass aus der derzeitigen Subventionierungsmaschinerie zugunsten einer einzigen Kassenart wieder ein solidarischer und gerechter Ausgleich wird.“

Knieps resümiert: „Momentan muss ein Außenstehender doch den Eindruck gewinnen, dass die gesetzlichen Kassen nicht mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds umgehen können.“

Bild: © Jamrooferpix / fotolia.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

rente-weg-64550815-fo-marco2811rente-weg-64550815-fo-marco2811
Politik

Riesterambitionen und Finanzierungsprobleme

Vor kurzem hat Frau Nahles die Eckpunkte für die Ausgestaltung der Rente vorgestellt. Das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung dürfe nicht unter 46 Prozent fallen. Davon ist der linke Parteiflügel jedoch nicht begeistert, denn dieser pocht auf ein Rentenniveau von über 50 Prozent – wie auch der DGB. Und die Mitte rechts Parteigänger? Die streiten sich ums liebe Geld. Zudem ist gerade auch ein neues Riester-Produkt in Planung. experten Report hat genauer ...
Dr. Carola Reimann, Vorständin im AOK-BundesverbandDr. Carola Reimann, Vorständin im AOK-BundesverbandAOK-Bundesverband
Politik

AOK fordert Sofortprogramm zur Stabilisierung von GKV und Pflegeversicherung

Nach der Bundestagswahl warnt die AOK vor einer weiteren Verschärfung der finanziellen Schieflage in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung (SPV). Ein vorgeschlagenes Maßnahmenpaket soll Einsparungen von bis zu 35 Milliarden Euro ermöglichen.
Stethoskop mit Geld und einem PflasterStethoskop mit Geld und einem PflasterHNFOTO – stock.adobe.com
Politik

Viel teurer, wenig besser – Krankenhausreform der Bundesregierung

Der GKV-Spitzenverband unterstützt die Reformziele des Gesetzentwurfes mit Blick auf die Sicherung der Behandlungsqualität und der flächendeckenden medizinischen Versorgung in Stadt und Land. Doch die Finanzierungspläne treten in der schwierigen Finanzsituation der GKV eine Kostenlawine los, die auf die Beitragszahlenden der GKV zurollt.
Health insurance concept. Doctor in a white coat uniform hand holding plus and healthcare medical icon, health and access to welfare health concept.Health insurance concept. Doctor in a white coat uniform hand holding plus and healthcare medical icon, health and access to welfare health concept.Kiattisak – stock.adobe.com
Assekuranz

DFSI kürt die besten gesetzlichen Krankenkassen 2023/2024

Bereits zum 13. Mal untersuchte DFSI Ratings gesetzliche Krankenkassen hinsichtlich Leistungsangebot, Kundenservice und Finanzkraft. Die Techniker Krankenkasse erreicht erneut den 1. Platz, auf Platz 2 landet die HEK. hkk Krankenkasse und IKK Südwest teilen sich den dritten Platz.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht