Die Eckdaten der Sparten, die gestern vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft verkündet wurden, zeigen in Summe keine Überraschungen. In der Lebensversicherung sanken die Beiträge um 1,1 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro. In der Sparte Schaden- und Unfallversicherung kletterten die Werte der Beitragseinnahmen um 2,7 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro leicht nach oben. Die privaten Krankenversicherer verbuchten einen Beitragszuwachs von 1,4 Prozent auf 36,8 Milliarden Euro.
Zentrales Thema des Berichtes, wie zu erwarten war, ist das schwierige Marktumfeld der Lebensversicherung und deren negative Entwicklung gewesen, die in Summe ein Minus von 1,1 Prozent bei den Beitragseinnahmen, Pensionskassen und Pensionsfonds eingeschlossen, bekannt gab.
2015 war für das Neugeschäft ein schwieriges Jahr. Auch wenn 37 Prozent bereits auf Produkte mit modifizierten Garantien entfielen, wollte die Branche zu den Einnahmen durch laufende Beiträge keine konkreten Angaben machen. Sie gab pauschal an, leichte Rückgänge verzeichnet zu haben, die sich auf Rückfrage der Medienvertreter allerdings doch sehr deutlich darstellen. Die Lebensversicherer mussten herbe Verluste bei der Anzahl der Verträge (minus 7,9 Prozent), der staatlich geförderten Riesterrente (minus 19 Prozent) und der Basisrente (minus 12 Prozent) hinnehmen. Das Minus der betrieblichen Altersversorgung ist mit 1,8 Prozent moderater.
Das Tal, in dem sich die Branche befindet ist noch nicht durchschritten. LVRG und Niedrigzinsen werden auch in Zukunft ihren Tribut fordern. Der GDV-Präsident findet dafür klare Worte:
„Der Druck, die Kosten – auch die Vertriebskosten zu senken, ist hoch“.
Im vergangenen Jahr wurden die Abschlusskosten bereits um 500 Millionen auf 7,1 Milliarden gesenkt und auch in Zukunft gilt es, diesen Kurs konsequent fortzuführen und weitere Anstrengungen zu unternehmen. Die Umverteilung der einmalig einkalkulierten Abschlusskosten auf die ersten fünf Jahre brachte bereits eine Kostensenkung um 40 Prozent.
Digitalisierung, Reformen und der Ausblick 2016
Die Versicherungswirtschaft befindet sich im Wandel. Strukturen und Prozesse stehen langfristig auf dem Prüfstand. Die erforderliche Digitalisierung wird sowohl bei den Gesellschaften, als auch bei den Vermittlern und Maklern weitere Maßnahmen nach sich ziehen. Erdland fordert zusätzlich, dass auch die Produkte noch einfacher und transparenter werden müssen.
Mit Blick auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank forderte Erdland alle EU-Länder auf, „notwendige Reformen wirklich umzusetzen“. Nur so lasse sich die eklatante Wachstumsschwäche im Eurogebiet und damit die Niedrigzinsphase überwinden. An die Adresse der Bundesregierung richtete der GDV-Präsident den Wunsch nach einem breiten Dialog zur Zukunft der Altersvorsorge. An einem Runden Tisch sollten alle wichtigen Akteure ihre Vorschläge zur Debatte stellen und die daraus notwendigen Reformen ableiten. Das Jahr 2016 wird unter den Vorzeichen der Geldpolitik der EZB sicherlich nicht leichter als das Jahr 2015.
"Die Niedrigzinsphase dauert an, die Zinszusatzreserve muss bedient werden, die Systemumstellung auf Solvency II geht weiter und die Digitalisierung beschleunigt den Umbau unserer Industrie. Das alles wird uns belasten. Aber es ist auch eine große Chance für Veränderung“
fasst Erdland den Ausblick 2016 zusammen.
O-Ton von Dr. Alexander Erdland, Präsident beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV):
- Wie war das Jahr 2015 für die Versicherungswirtschaft?
- Was erwarten die deutschen Versicherer für 2016?
- Welches Potenzial hat die Digitalisierung für die Versicherungswirtschaft?
- Was erwartet die Versicherungsbranche von den Staaten der Eurozone?
- Wie lässt sich die Altersvorsorge erneuern?
https://www.youtube.com/watch?v=hCVLP3BIqV0
Bild: © Corgarashu / fotolia.com
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