Ein kräftiger Jahresauftakt für die deutsche Wirtschaft

Veröffentlichung: 30.03.2016, 08:03 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die deutsche Wirtschaft dürfte mit einem kräftigen Plus in das Jahr 2016 gestartet sein: Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert für das erste Vierteljahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Der Index des Barometers stieg im Vergleich zum Vormonat Februar um fast zwei Punkte an und liegt mit nun 103 Punkten klar über dem Schwellenwert von 100 Punkten, der ein durchschnittliches Wachstum der Wirtschaftsleistung anzeigt.

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DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner geht davon aus, dass die Industrie ihre Produktion zu Jahresbeginn außergewöhnlich stark ausgeweitet und damit die Schwächephase der zweiten Jahreshälfte 2015 hinter sich gelassen haben sollte. Die Prognose für die zweite Jahreshälfte ist jedoch etwas verhaltender. Die Analysten gehen nicht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft das überdurchschnittliche Wachstumstempo im weiteren Jahresverlauf aufrechterhalten kann. Die Stimmung in der Industrie helle sich erst allmählich auf, die Auftragseingänge sind allenfalls verhalten aufwärts gerichtet und auch die Exporte haben – nach einem leichten Abwärtstrend in der zweiten Jahreshälfte 2015 – zuletzt nur stagniert.

Hinzu kommt, dass die kaufkraftsteigernden Effekte der gesunkenen Ölpreise auslaufen. Im Auftaktquartal dürften diese dem privaten Verbrauch einen zusätzlichen Schub gegeben haben. Der Konsum bleibt weiterhin eine Stütze des Wachstums – der Beschäftigungsaufbau setzt sich fort und auch die Löhne sollten spürbar zulegen können. Zu berücksichtigen sind auch die Ausgaben für die Geflüchteten. 15 Milliarden Euro seien dafür im Jahr 2016 vorgesehen. Dieses Investment dürfte ebenfalls Impulse geben.

Zur Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft sollte sich in den kommenden Quartalen erholen, wenngleich diese eher schleppend vorangehen dürfte. Dennoch sollten die Exporte wieder steigen und bei mehr und mehr ausgelasteten Kapazitäten auch die Investitionsbereitschaft wieder etwas stärker zunehmen. Die deutsche Wirtschaft dürfte dann in etwa dem Produktionspotential entsprechend wachsen – dieses wird allerdings durch die verhaltene Investitionstätigkeit gedämpft. Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung bestehen in politischen Differenzen innerhalb der Europäischen Union, die einen Bruch der Gemeinschaft auslösen könnten. Geht die Restrukturierung der chinesischen Wirtschaft – anders als vom DIW Berlin prognostiziert – doch mit größeren Verwerfungen einher, würde dies besonders die stark international verflochtene deutsche Wirtschaft belasten.

Bild: (1) © freshidea / fotolia.com (2) © DIW

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