Hopp-Family Office steigt bei risiq ein: KI-Start-up will Banken sicherer machen
Geldwäsche-Skandale, ESG-Strafen, Milliardenrisiken: Viele Banken kämpfen mit regulatorischen Auflagen und unzureichendem Risikomanagement. Genau hier setzt das Mannheimer FinTech risiq an. Nun hat das KI-Start-up mit dem Einstieg des Hopp-Family Office über die Westend Bank prominente Unterstützung gewonnen.
Regulatorischer Druck wächst
Fehler im Risikomanagement sind teuer – und schaden dem Ruf von Banken massiv. Paradebeispiele gibt es genug: Die Volksbank Düsseldorf-Neuss stand 2024 nach einer Polizei-Razzia wegen mangelhafter Geldwäscheprävention im Fokus. Der Schaden: rund 100 Millionen Euro. Auch die Deutsche-Bank-Tochter DWS musste bereits hohe Strafen zahlen, in Singapur traf es gleich mehrere internationale Institute.
Die Botschaft der Aufseher ist klar: Schwächen bei ESG-Integration, Geldwäscheprävention oder internen Kontrollen sind nicht länger hinnehmbar. SREP-Zuschläge, Sonderprüfungen oder Kapitalaufschläge sind die Folge. Gerade kleinere und mittlere Institute geraten hier schnell unter Druck.
Ein Start-up mit Sicherheitsfokus
Genau hier positioniert sich die Mannheimer risiq GmbH. Gründer Max Glasner erklärt: „Wir wollten ein System schaffen, das prüfungssicher ist und den Alltag in den Banken wirklich erleichtert – es soll endlich wieder Banksteuerung stattfinden, anstatt den regulatorischen Anforderungen hinterher zu rennen.“
Die Lösung: Die firmeneigene Software Ribeca, die klassische Risikoanalysen mit Künstlicher Intelligenz kombiniert. Banken können damit ESG-Risiken automatisch identifizieren, quantifizieren und in Risikoinventur, ICAAP und Stresstests integrieren. Innerhalb von 30 Minuten lassen sich relevante Daten hochladen, verknüpfen und in revisionssicheren Berichten darstellen (siehe Screenshot).
Nach Firmenangaben sparen Institute dadurch nicht nur Millionen an möglichen Kapitalaufschlägen, sondern auch erhebliche Personalkosten. Bereits jetzt ist Ribeca bei Banken mit einer Bilanzsumme von insgesamt 100 Milliarden Euro im Einsatz – weitere Kunden sollen wöchentlich hinzukommen.
Strategische Partnerschaft mit Hopp
Seit August 2025 ist die Westend Bank AG als Minderheitsgesellschafter an Bord – und mit ihr das Hopp-Family Office. Für risiq ist dies ein Signal mit Strahlkraft: Die SAP-Gründerfamilie unterstützt das FinTech in der nächsten Wachstumsphase, ohne dessen Unabhängigkeit zu beschneiden. „Die Entscheidung für eine Beteiligung fußt auf gemeinsamen Werten, strategischer Ergänzung und einem tiefen inhaltlichen Verständnis füreinander“, sagt Glasner. Auch Thomas Rosenfeld, Vorstand der Westend Bank, hebt hervor: „risiq ist mehr als ein Tech-Start-up. Es ist ein Unternehmen mit Substanz, Prinzipien und einem klaren Auftrag. Uns hat überzeugt, wie konsequent hier wissenschaftliche Tiefe, regulatorisches Know-how und unternehmerische Klarheit verbunden sind.“
Die Beteiligung ist bewusst auf eine Minderheit beschränkt. Führung, Technologie und Entscheidungsstrukturen bleiben in Mannheim. Für risiq steht die Rolle als „Sicherheitsdienstleister“ klar im Vordergrund – nicht das Bild eines risikoreichen FinTechs.
Software und Beratung aus einer Hand
Besonders ist auch der hybride Ansatz: risiq bietet nicht nur Software, sondern kombiniert diese mit praxisnaher Beratung. Alle Berater stammen aus der Bankenwelt, Lösungen fließen direkt in die Weiterentwicklung von Ribeca ein. So wird Beratung skalierbar und aufsichtsfähig – ein Alleinstellungsmerkmal, das bislang kein großer Anbieter so integriert hat. „Große Anbieter setzen auf ihren generalistischen Ansatz, alles selbst zu machen und zu können. In dieser dynamischen Thematik braucht es aber Spezialisten wie uns“, betont Glasner.
Die Beteiligung des Hopp Family Office gilt als Signal für weiteres Wachstum. Bis Jahresende peilt risiq rund 200 Kunden an, die Zahl der Mitarbeiter ist bereits von 15 auf 40 gestiegen. Neue Funktionen für Vermögensverwaltungen oder Leasinggesellschaften sollen in den kommenden Monaten folgen. Die Mannheimer wollen damit nicht nur Banken stabiler machen, sondern auch die Regulierungspraxis verändern: weniger Bußgelder, weniger Personalbindung, mehr Aufsichtssicherheit. Glasners Prognose ist klar: „Wir verstehen uns nicht als Risiko, sondern als Sicherheitsanker für die Branche.“
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