Gehaltsbudgets stagnieren – Unternehmen setzen auf Weiterbildung und Employee Experience

Veröffentlichung: 22.08.2025, 16:08 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Gehaltsbudgets deutscher Unternehmen treten auf der Stelle – und das gleich für zwei Jahre. Doch während bei Gehaltserhöhungen gebremst wird, steigen die Payroll-Kosten weiter. Welche Stellschrauben bleiben Arbeitgebern noch, um im Wettbewerb um Talente zu bestehen?

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Die deutschen Unternehmen treten bei Gehaltssteigerungen auf die Bremse, zeigt der aktuelle Salary Budget Planning Report 2025 von WTW.Die deutschen Unternehmen treten bei Gehaltssteigerungen auf die Bremse, zeigt der aktuelle Salary Budget Planning Report 2025 von WTW.

Die deutschen Unternehmen treten bei Gehaltssteigerungen auf die Bremse. Der aktuelle Salary Budget Planning Report 2025 von WTW zeigt: Nach einem stabilen Jahr 2025 ist auch für 2026 keine nennenswerte Ausweitung der Budgets zu erwarten. Fast 40 Prozent der Unternehmen mit Anpassungen haben ihre ursprünglichen Planungen nach unten korrigiert – in erster Linie aufgrund schwächerer Geschäftsergebnisse und steigender Kosten.

„Die Spielräume für Gehaltserhöhungen sind kleiner geworden“, erklärt Florian Frank, Head of Work and Rewards bei WTW. „Andererseits liegen die geplanten Budgets weiterhin über den Inflationserwartungen, ein sensibles Thema für Mitarbeitende wie auch für Arbeitgeber.“

Arbeitsmarkt entspannt sich leicht

Während die Spielräume für Gehälter enger werden, zeigt sich am Arbeitsmarkt eine leichte Entspannung. Der Anteil der Unternehmen, die große oder moderate Schwierigkeiten bei Mitarbeiterbindung und -gewinnung sehen, ist seit 2023 um sechs Prozentpunkte gesunken. Die Herausforderung bleibt jedoch bestehen. Viele Arbeitgeber reagieren mit Investitionen in Weiterbildung, Employee Experience und Diversity, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Payroll-Kosten steigen weiter

Trotz der zurückhaltenden Budgetplanung sind die gesamten Personalkosten bei mehr als der Hälfte der Unternehmen im Jahr 2024 gestiegen – getrieben durch reguläre Gehaltsanpassungen und Beförderungen. Für 2026 wird allerdings mit geringeren Beförderungssteigerungen gerechnet.

Flexible Arbeit ohne Vergütungsanpassung

Hybrid- und Remote-Modelle sind inzwischen Standard: In vier von fünf Unternehmen, die solche Modelle anbieten, nutzen die Mitarbeitenden flexible Arbeitsformen. Eine Anpassung der Vergütungsstrukturen an diese Realität bleibt jedoch selten. Nur ein Viertel der Firmen hat ein Reward-Element speziell auf Remote- oder Hybrid-Arbeit zugeschnitten, während die Mehrheit bislang keine Maßnahmen ergriffen hat.

Digitalisierung prägt Reward-Strategien

Parallel dazu setzen immer mehr Unternehmen auf digitale und KI-gestützte Tools – etwa in Learning & Development, Vergütungsbenchmarking und Rewards-Management. Ziel ist es, Prozesse zu verschlanken und datenbasierte Entscheidungen zu ermöglichen. „Für HR und Management bedeutet das, Vergütung noch stärker als Teil einer ganzheitlichen People-Strategie zu denken“, betont Frank. „Nur so gelingt der Balanceakt zwischen Kostendisziplin und Arbeitgeberattraktivität.“

Über die Studie:
Die Studie wurde im Juni 2025 durchgeführt. Weltweit beteiligten sich 32.000 Unternehmen aus 68 Ländern. In Deutschland nahmen 787 Unternehmen teil, die Daten für rund vier Millionen Beschäftigte lieferten – etwa zehn Prozent der hiesigen Berufstätigen.

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