Lebensversicherung im Check: Wachstum im Neugeschäft, Risiken durch stille Lasten und beitragsfreie Verträge

Veröffentlichung: 20.08.2025, 12:08 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Der Lebensversicherungsmarkt in Deutschland befindet sich im Umbruch – das zeigt der aktuelle procontra LV-Check 2025, der die Geschäftszahlen des Jahres 2024 umfassend analysiert. Während die Branche einerseits von einem stabilen Neugeschäft profitiert, deuten stille Lasten und der wachsende Anteil beitragsfreier Verträge auf strukturelle Herausforderungen hin.

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Der Lebensversicherungsmarkt in Deutschland befindet sich im Umbruch – das zeigt der aktuelle procontra LV-Check 2025, der die Geschäftszahlen des Jahres 2024 umfassend analysiert.Der Lebensversicherungsmarkt in Deutschland befindet sich im Umbruch – das zeigt der aktuelle procontra LV-Check 2025, der die Geschäftszahlen des Jahres 2024 umfassend analysiert.DALL-E

Stabiles Neugeschäft mit starken Impulsen aus Fondsprodukten

Das Neugeschäft der Lebensversicherer entwickelte sich 2024 positiv. Gegen laufenden Beitrag wuchs der Neuzugang um 3,9 % auf rund 6,3 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel das Plus bei den Einmalbeiträgen aus: Mit einem Zuwachs von 10,3 % überschritten diese erneut die Marke von 26 Milliarden Euro. Ein klarer Trend ist die anhaltende Stärke fondsgebundener Lebensversicherungen. Sie steigerten ihre Bruttoneugeschäftsquote auf 11,6 % und stellen inzwischen 44 % des gesamten Neugeschäfts – ein Beleg für ihre Attraktivität in einem von niedrigen Zinsen geprägten Marktumfeld.

Beitragsfreie Verträge als Belastungsfaktor

Neu im diesjährigen LV-Check ist die detaillierte Analyse beitragsfreier Verträge. Deren Anteil liegt inzwischen bei 30,4 % der Bestände. Ursachen sind nicht nur Leistungsphasen wie Rentenbezug, sondern auch Beitragsaussetzungen seitens der Versicherten. Die Differenzierung nach Sparten – etwa Kapital-, Risiko-, Renten-, fondsgebundene und Kollektivversicherungen – zeigt, dass die Entwicklung unterschiedliche Facetten hat und in der Beratung differenziert betrachtet werden muss.

Stille Lasten: Entspannung auf niedrigem Niveau

Ein zentrales Problem bleiben die stillen Lasten. Zwar reduzierten sich diese leicht von 65 auf 62 Milliarden Euro, die Reservequote bleibt mit –7 % jedoch kritisch. Hinzu kommt die gestiegene Stornoquote: Gegen laufenden Beitrag kletterte sie von 4,8 auf 5,3 %, nach Anzahl der Policen von 2,6 auf 2,8 %. Damit wächst das Risiko, stille Lasten künftig realisieren zu müssen.

ZZR-Auflösung stärkt Ergebnisse

Positiv wirkte 2024 die weitere Auflösung der Zinszusatzreserve (ZZR). Lebensversicherer konnten zusätzliche 3,3 Milliarden Euro Erträge aus der ZZR verbuchen. Insgesamt sank der Bestand der ZZR von 81,5 auf 78,2 Milliarden Euro. Dieser Effekt trug wesentlich zur Stabilisierung der Ertragslage bei.

Der procontra LV-Check kann kostenpflichtig bestellt werden.

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