Trumps Zölle drohen, Deutschlands Konjunktur hält (noch) dagegen
Ein drohender Zollhammer aus den USA könnte das zarte deutsche Wachstum empfindlich treffen – doch wie groß ist der Schaden wirklich? Eine neue IMK-Studie zeigt: Es bleibt bei Dämpfern, keine Rezession. Noch nicht.
Sollte US-Präsident Donald Trump wie angekündigt 30 Prozent Zoll auf EU-Importe erheben, würde das die beginnende Erholung der deutschen Wirtschaft spürbar bremsen – aber nicht stoppen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Kurzstudie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Die erwartete Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) würde sich demnach 2025 auf null Prozent reduzieren, 2026 aber noch um 1,2 Prozent zulegen.
Die wirtschaftliche Bremsspur trifft vor allem die deutschen Exporte in die USA, dem bislang wichtigsten Einzelmarkt. Laut IMK-Simulationen auf Basis des internationalen Prognosemodells NiGEM führen Trumps Zölle zu einem jährlichen Wachstumsverlust von rund einem Viertel Prozentpunkt in Deutschland – aber zu mehr als doppelt so hohen Verlusten in den USA selbst.
„Das Wirtschaftswachstum würde relevant gedämpft, läge aber 2026 immer noch bei mehr als einem Prozent“, betonen Sebastian Dullien und Thomas Theobald, Autoren der IMK-Studie. Sie warnen jedoch: „Sollte es infolge der Zollerhöhungen zu neuen Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen, so könnte der Dämpfer stärker ausfallen.“
Die Risiken treffen auf eine noch fragile Konjunkturlage: Zwar zeigt der IMK-Konjunkturindikator eine moderate Erholung für das dritte Quartal 2025 und eine geringe Rezessionswahrscheinlichkeit von nur 23 Prozent, doch die Zolleskalation verschärft die Unsicherheiten. Eine schnelle Umsetzung der im Haushalt 2025 geplanten öffentlichen Investitionen wird daher zur entscheidenden Stellschraube.
„Je mehr die Wirtschaftspolitik tue, um Negativ-Wirkungen der Trump-Zölle abzufangen, desto selbstbewusster könnten die Europäer in den Verhandlungen mit den USA auftreten“, so die Empfehlung der Studienautoren. Auch gezielte Hilfen für betroffene Branchen und eine zügige Haushaltsplanung für 2026 werden als wirksame Instrumente genannt.
Das IMK betont: Eine Eskalation der Handelspolitik sei kein Automatismus – doch selbst wenn sie eintrete, sei sie mit entschlossener Wirtschaftspolitik abzufedern.
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