Digitaler Euro könnte europäische Banken bis zu 30 Milliarden Euro kosten

Veröffentlichung: 06.06.2025, 17:06 Uhr - Lesezeit 2 Minuten

Die Einführung eines digitalen Euro dürfte für Banken und Sparkassen im Euroraum mit erheblichen Kosten verbunden sein: Laut einer neuen PwC-Studie im Auftrag der europäischen Bankenverbände EBF, EACB und ESBG könnten bis zu 30 Milliarden Euro an Belastungen entstehen. Dabei sehen die Studienautoren bislang keinen erkennbaren Mehrwert für Verbraucher oder Unternehmen.

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Hohe Kosten - wenig Nutzen? Europas Banken scheinen wenig begeistert vom Digitalen Euro.Hohe Kosten - wenig Nutzen? Europas Banken scheinen wenig begeistert vom Digitalen Euro.DALL-E

„Ohne Nutzen nicht vermittelbar“

Dr. Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, warnt: Diese Kosten in Zeiten multipler Herausforderungen zu schultern, ohne dass daraus ein echter Nutzen entsteht, ist nicht vermittelbar. Die Studie zeige, dass die Umsetzung des digitalen Euro in seiner aktuellen Form personelle Ressourcen auf Jahre hinaus binde und andere Innovationsprojekte gefährde. Schmalzl betont: Ein digitaler Euro kann nur erfolgreich sein, wenn er auf praxistaugliche Weise Mehrwert für alle Beteiligten schafft – und das geht nur mit den Banken.

Ressourcenbindung, Doppelstrukturen und Rechtsunsicherheit

Ein zentrales Problem: Laut Studie würde fast die Hälfte der IT- und Zahlungsverkehrsressourcen gebunden, obwohl vielfach unklar sei, wofür der digitale Euro konkret gebraucht werde. Tanja Müller-Ziegler vom BVR mahnt: Wir scheuen keine Investitionen, aber Doppelstrukturen dienen den Kunden nicht. Auch braucht es einen verlässlichen Rechtsrahmen. Der digitale Euro müsse bestehende Systeme ergänzen, nicht ersetzen.

Beide Verbände fordern eine klarere Rollenverteilung zwischen öffentlichem und privatem Sektor sowie die Einbindung bewährter europäischer Bezahllösungen wie Wero. Die Sorge: Internationale Techkonzerne könnten von der staatlich geschaffenen Infrastruktur profitieren, während europäische Anbieter zurückfallen.

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