ETF-Nachfrage trotzt der Unsicherheit
Trotz hoher Volatilität verzeichnete der europäische ETF-Markt starke Zuflüsse. Aktienstrategien für Europa, globale Exposures und kurzlaufende Anleihen stehen hoch im Kurs.
Der europäische ETF-Markt zeigte sich im April 2025 robust. Wie aus dem aktuellen ETF-Marktbericht von Vanguard hervorgeht, flossen netto 19,6 Milliarden US-Dollar in ETFs. Aktien-ETFs sammelten mit 16,8 Milliarden US-Dollar den Löwenanteil ein, gefolgt von Anleihe-ETFs mit einem Plus von 2,5 Milliarden US-Dollar.
Ein Trend, der sich dabei deutlich verstärkte: Die Abkehr von US-Aktien. Während ETFs auf US-amerikanische Aktien im April Nettoabflüsse in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar verbuchten (nach –1,3 Milliarden im März), legten Strategien mit Fokus auf Europa, den Euroraum, Deutschland und andere Industrieländer deutlich zu. Besonders gefragt waren globale Aktienstrategien und ETFs auf Aktien aus Industrieländern mit Nettozuflüssen von 4,5 Milliarden US-Dollar.
Anleihe-ETFs: Kurzläufer und Euroraum gefragt
Anleihe-ETFs mit extrem kurzen Laufzeiten bleiben bei Anlegern besonders beliebt. Sie erzielten Zuflüsse von 3,7 Milliarden US-Dollar – ein anhaltender Trend seit Jahresbeginn. Auch Staatsanleihen-ETFs legten mit 2,2 Milliarden US-Dollar deutlich zu. Die Nachfrage konzentriert sich dabei klar auf den Euroraum: Hier führten ETFs mit Fokus auf Euro-Anleihen (2,1 Mrd. USD) und deutsche Bundesanleihen (1,1 Mrd. USD) das Feld an. Dagegen verzeichneten High-Yield- und Corporate-Bond-ETFs Abflüsse (–1,3 bzw. –1,0 Mrd. USD), ebenso wie ETFs auf Anleihen aus Schwellenländern (–1,0 Mrd. USD).
Rohstoffe unter Druck – Multi-Asset bleibt stabil
Während Multi-Asset- und alternative Strategien leicht zulegen konnten, wiesen Rohstoff-ETFs erneut Abflüsse auf – ein Signal für die aktuell geringere Nachfrage nach Inflationsschutz-Instrumenten im ETF-Format.
Der vollständige Marktbericht von Vanguard analysiert monatlich die Nettozuflüsse und Abflüsse über sämtliche Assetklassen hinweg. Die April-Zahlen zeigen: Trotz geopolitischer Unsicherheiten und anhaltender Zinsspekulation setzen Anleger weiterhin auf ETFs – allerdings zunehmend differenziert nach Laufzeiten, Regionen und Risikoklassen.
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