Fusion von Baloise und Helvetia: Neue Versicherungsgruppe mit europäischer Schlagkraft geplant

Veröffentlichung: 22.04.2025, 10:04 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Helvetia und Baloise planen eine Fusion zur „Helvetia Baloise Holding AG“. Die neue Gruppe soll zur zweitgrößten Versicherungsgruppe der Schweiz aufsteigen und sich als führender europäischer Versicherer positionieren. Was Vermittler jetzt über Struktur, Synergien und Marktstrategie wissen sollten.

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Helvetia und Baloise planen eine Fusion zur „Helvetia Baloise Holding AG“.Helvetia und Baloise planen eine Fusion zur „Helvetia Baloise Holding AG“.DALL-E

Die Schweizer Versicherungsunternehmen Baloise und Helvetia planen eine Fusion unter Gleichen zur neuen "Helvetia Baloise Holding AG". Mit einem kombinierten Geschäftsvolumen von rund 20 Milliarden Schweizer Franken würde damit die zweitgrößte Versicherungsgruppe der Schweiz entstehen. International positioniert sich die Gruppe als führender europäischer Versicherer mit starker Präsenz in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und weiteren Märkten.

Der Zusammenschluss soll erhebliche Synergien heben: Beide Unternehmen erwarten jährliche Effizienzgewinne von rund 350 Millionen Franken vor Steuern. Gleichzeitig betonen sie ihre kulturelle Nähe und ähnliche Werte als Grundlage für eine reibungslose Integration. Die neue Gruppe soll unter dem Namen "Helvetia Baloise Holding AG" an der Schweizer Börse notiert sein. Der Hauptsitz wird in Basel liegen, der Standort St. Gallen bleibt bedeutend.

Die Governance-Struktur sieht eine paritätische Besetzung des Verwaltungsrats vor. Zum CEO der neuen Gruppe soll Fabian Rupprecht (Helvetia) berufen werden, Michael Müller (Baloise) wird stellvertretender CEO und Head of Integration.

Auch auf europäischer Ebene entstehen neue Perspektiven: Mit insgesamt über 22.000 Mitarbeitenden, einem kombinierten Prämienvolumen von über 20 Milliarden Franken und Marktanteilen von rund 20 Prozent im Heimmarkt Schweiz stellt sich die neue Gruppe breit auf. Synergien sollen primär durch Prozessoptimierung, Digitalisierung und geteilte Infrastruktur erzielt werden. In Ländern mit Überschneidungen im Personalbereich ist ein sozialverträglicher Stellenabbau vorgesehen.

Die finalen Zustimmungen durch Aktionäre und Aufsichtsbehörden stehen noch aus. Die Generalversammlungen sind für den 23. Mai 2025 angesetzt, der Vollzug der Transaktion ist für das vierte Quartal 2025 geplant.

Zu Jahresbeginn 2025 sorgte ein Interview mit Cevian-Chef Lars Förberg für Irritationen, über die auch Experten.de berichtete. Förberg, dessen Fonds auch Anteile der Baloise hält, sprach sich für eine Konzentration auf den Schweizer Kernmarkt aus.

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