Assekuranz: Höhere Kundenzufriedenheit durch Sprachsysteme

Veröffentlichung: 13.07.2020, 07:07 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Mit dem Einsatz intelligenter Spracherkennungssysteme in der Versicherungsbranche lässt sich die Kundenzufriedenheit deutlich steigern. Dies geht aus der Studie „Spitch-Report: Sprachsysteme“ der Spitch AG hervor.

(PDF)
Frau-Smartphone-Sprachassistent-318316916-AS-ST22StudioFrau-Smartphone-Sprachassistent-318316916-AS-ST22StudioST22Studio – stock.adobe.com

86 Prozent der Befragten davon aus, dass sich mit Sprachdialogsystemen eine höhere Kundenzufriedenheit erreichen lässt. 98 Prozent stufen insbesondere den Einsatz in der Versicherungsbranche als vielversprechend ein.

Denn was für die Anrufer gut ist, bringt laut Studie auch den Assekuranzen massive Vorteile. 54 Prozent der Experten halten die leichte Skalierbarkeit für den wichtigsten Pluspunkt. 51 Prozent (Mehrfachnennungen waren erlaubt) die völlig automatische Bearbeitung der Mehrzahl aller Anfragen. 41 Prozent der Fachleute stufen es als größten Vorteil ein, dass von modernen Systemen alle Daten zum jeweiligen Fall, beispielsweise auch aus dem E-Mailverkehr, einbezogen werden können.

Kostenersparnis von 20 bis 30 Prozent erwartet

79 Prozent sehen als Hauptvorteil des Einsatzes intelligenter Spracherkennungssysteme im Versicherungssektor die niedrigen Betriebskosten. Eine große Mehrheit der Befragten hält Kosteneinsparungen zwischen 20 und 30 Prozent für realistisch. 64 Prozent der Fachleute sind fest überzeugt, dass sich die Kosten um mindestens 20 Prozent senken lassen. 72 Prozent halten Einsparungen von bis zu 30 Prozent je nach konkretem Einsatzgebiet für möglich. 32 Prozent gehen sogar von einer Halbierung der Betriebskosten für Versicherungsdienstleister durch Sprachdialogsysteme aus.

Kundengewinnung und Umsatzsteigerung?

Auf die Frage hin, ob sich Sprachdialogsysteme auch zur Gewinnung neuer Kunden und der Umsatzsteigerung eignen antworteten 30 Prozent der Experten, dass sich die Kundenzufriedenheit steigern lässt. Aber nur 7 Prozent sind gehen davon aus, dass bessere Verkäufe und höhere Umsätze möglich sind.

Das Bild sieht allerdings anders aus, wenn man fragt, ob Sprachsysteme zumindest einen Beitrag dazu leisten können. 62 Prozent der Fachleute räumen dabei ein, dass sich durch die Automatisierung der Absatz wenigstens teilweise steigern lässt. Lediglich 12 Prozent halten das für völlig ausgeschlossen.

Vorteile für Anbieter und Verbraucher

Welche Vorteile haben Sprachsysteme für Assekuranzen einerseits und Versicherungsnehmer andererseits? Die von der Anbieterseite geschätzte hohe Skalierbarkeit (54 Prozent) drückt sich auf Anruferseite darin aus, dass man schneller zum zuständigen Sachbearbeiter durchgestellt wird (52 Prozent).

Die Einbeziehung aller Daten zum jeweiligen Fall wird zu 41 Prozent von den Versicherungen und zu 38 Prozent von den Kunden als klarer Vorteil der Sprachsysteme empfunden. Die vollautomatische Beantwortung zahlreicher Anfragen wird auf Anbieterseite zu 51 Prozent und auf Anruferseite zu 54 Prozent als Vorteil bewertet.

Bernd Martin, verantwortlich für das Deutschlandgeschäft bei Spitch, resümiert:

„Intelligente Spracherkennungssysteme kommen Versicherungen und ihren Kunden gleichermaßen zugute und das wird auch von beiden Seiten so empfunden.“

Qualität der Spracherkennung und Intelligenz ausschlaggebend

Dabei sind für den erfolgreichen Einsatz von Sprachdialogsystemen in erster Linie zwei Aspekte entscheidend: Die Qualität der Spracherkennung und die Intelligenz, mit der das System Dialoge führen kann.

65 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die Spracherkennung selbst bei schwierigen Sprechern künftig durch Technologie immer besser wird. 55 Prozent sagen dasselbe für die Dialogführung voraus. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass das System die Zusammenhänge erkennt und in einem Frage-und-Antwort-Dialog versteht, worum es geht.

Bernd Martin erklärt:

„Die meisten Anrufer haben ein konkretes Anliegen, das sie so rasch und unkompliziert wie möglich bearbeitet wissen wollen. Die eingesetzte Technologie muss also vor allem darauf ausgerichtet sein, dieses Anliegen zu verstehen und eine unmittelbare Antwort bzw. Lösung vorzuschlagen. Das geht heute schon sehr gut, aber künftig sicherlich noch viel besser.“

26 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass schon 2020 ein erheblicher Anteil von Anrufern bei Assekuranzen etwa zur Schadensabwicklung von Anfang bis Ende von Sprachcomputern bedient wird. Mehr als 70 Prozent glauben, dass die vollautomatische Telefonbedienung durch Sprachdialogsysteme 2025 zum Standard im Versicherungssektor gehören wird.

Über die Hälfte der Experten ist fest überzeugt, dass man im Jahr 2030 überhaupt nicht mehr wird unterscheiden können, ob sich am anderen Ende der Leitung ein Mensch oder eine Künstliche Intelligenz befindet.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Anzugtraeger-Thumbs-up-125465617-FO-ollyAnzugtraeger-Thumbs-up-125465617-FO-ollyolly / fotolia.com
Assekuranz

Weniger unzufriedene Kunden

In den letzten fünf Jahren ist der Anteil der unzufriedenen Kunden von 41 Prozent auf 36 Prozent gesunken. Allerdings wurde im gleichen Zeitraum kein Anstieg der Begeisterung, also der vollkommen zufriedenen Kunden, beobachtet. Das zeigt die Studie KUBUS Privatkunden von MSR Insights.
Mit der Altersvorsorgereform könnte der Staat künftig eine stärkere Rolle im Wettbewerb um private Vorsorgeprodukte übernehmen. Assekurata fordert gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter.Mit der Altersvorsorgereform könnte der Staat künftig eine stärkere Rolle im Wettbewerb um private Vorsorgeprodukte übernehmen. Assekurata fordert gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter.Redaktion experten.de / KI-generiert
Assekuranz

Staatliches Standardprodukt: Der Staat als Wettbewerber der Versicherer

Mit der Altersvorsorgereform 2027 soll die private Vorsorge einfacher, transparenter und für mehr Menschen zugänglich werden. Neben neuen Depotlösungen rückt dabei auch ein staatlich organisiertes Standardprodukt in den Fokus. Assekurata sieht darin Chancen für die Verbreitung der privaten Altersvorsorge – warnt aber zugleich vor Wettbewerbsverzerrungen. Die eigentliche Debatte beginnt aus Sicht der Analysten erst jetzt.
Die Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherer erreichen neue Höchststände. Gleichzeitig weist Assekurata darauf hin, dass stille Lasten in den Kapitalanlagen weiterhin eine Rolle spielen.Die Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherer erreichen neue Höchststände. Gleichzeitig weist Assekurata darauf hin, dass stille Lasten in den Kapitalanlagen weiterhin eine Rolle spielen.Redaktion experten.de / KI-generiert
Assekuranz

Lebensversicherer so kapitalstark wie lange nicht – doch die stillen Lasten bleiben

Die deutschen Lebensversicherer präsentieren sich finanziell so robust wie seit Jahren nicht mehr. Hohe Solvenzquoten, steigende Rohüberschüsse und sinkende Belastungen aus der Zinszusatzreserve sprechen für eine deutlich verbesserte Ausgangslage. Dennoch mahnt Assekurata zur Differenzierung: Trotz der positiven Entwicklung lasten weiterhin erhebliche stille Lasten auf den Kapitalanlagen der Branche.
Steigende Erträge sorgen für Rückenwind bei Lebensversicherern. Gleichzeitig wächst der Druck, Verwaltungskosten und Prozesse effizienter zu gestalten.Steigende Erträge sorgen für Rückenwind bei Lebensversicherern. Gleichzeitig wächst der Druck, Verwaltungskosten und Prozesse effizienter zu gestalten.Redaktion experten.de / KI-generiert
Assekuranz

Warum Lebensversicherer ein Kostenproblem bekommen könnten

Die Ertragslage der deutschen Lebensversicherer hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Höhere Kapitalmarktzinsen, sinkende Belastungen aus der Zinszusatzreserve und steigende Rohüberschüsse sorgen für Rückenwind. Doch hinter den positiven Zahlen verbirgt sich eine Entwicklung, die zunehmend Aufmerksamkeit verdient: Die Kostenbasis vieler Anbieter gerät unter Druck.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"
Ausgabe 07/26

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"

Klaus Liebig und Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm Gruppe
"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht