EZB-Entscheidung verteuert Immobilien
Mit ihrer Entscheidung die langfristige Kreditvergabe an Banken auszuweiten, erhöht die Europäische Zentralbank (EZB) den Nachfrage- und Preisdruck auf den deutschen Immobilienmärkten.
„Das zusätzliche Geld wird nicht nur, wie von der EZB beabsichtigt, zur Überwindung von Liquiditätsengpässen bei kleineren und mittleren Unternehmen eingesetzt, sondern auch zur Finanzierung von Immobilieninvestitionen verwandt“, sagt Rainer Schorr, Geschäftsführer der PRS Family Trust.
„Angesichts der mit den gestiegenen Preisen einhergehenden Renditekompression nutzen Investoren günstige Kredite, um für das von ihnen eingesetzte Kapital eine attraktive Rendite zu erreichen. Dieser Leverage-Effekt führt letztlich dazu, dass Investoren auch Mietrenditen von deutlich unter drei Prozent akzeptieren.“
Zudem bedeuten mehr langfristige Kredite auch eine Ausweitung der Geldmenge, was wiederum den Kreis möglicher Kaufinteressenten bei konstant hoher Objektverfügbarkeit vergrößert.
Baulandentwicklung als Alternative für eigenkapitalstarke Investoren
Auf der Suche nach Alternativen zu teuren Büroimmobilien setzt ein Teil der Investoren auf Nischen wie Mikro-Apartments oder Sozialimmobilien. Ein anderer Teil versucht, mit einem möglichst frühen Projekteinstieg attraktive Renditen zu erzielen und gegebenenfalls Immobilien so für das eigene Portfolio zu sichern.
„Projektentwicklungsfonds für Wohnungen und Forward-Deals bei Büroimmobilien haben in Deutschland Konjunktur“, sagt Schorr. „Aber auch die Baulandentwicklung rückt in den Fokus der Investoren.
Dabei profitieren eigenkapitalstarke Akteure von der Tatsache, dass Grundstücke ohne Baugenehmigung von den Banken nicht beliehen werden dürfen, was den Kreis möglicher Interessenten wiederum beschränkt und deren Ertragsaussichten deutlich erhöht.“
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