Online Marketing: Influencer trotz Covid-19 mit hoher Nachfrage

Laut einer Studie der Analyseplattform HypeAuditor haben 59 Prozent aller Influencer während der Covid-19-Pandemie mehr Kooperationsanfragen erhalten.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie treffen in Deutschland auch das Online Marketing stark. Am deutlichsten wird dies bei den geringeren Budgets, die Unternehmen für klassische Onlinewerbung bereitstellen. „Profitiert“ haben von der Pandemie hingegen vor allen die Bereiche E-Commerce und Social Commerce, die Rekordumsätze erzielen konnten.

Eine Studie des KI-Analyseplattform HypeAuditor zeigt nun, dass auch Influencer Marketing während an Bedeutung gewonnen hat. Als Datenbasis dient eine Umfrage unter 137 Marken, von denen 2020 50 Prozent ihr Budget für Influencer Marketing erhöht haben sowie 1.000 Influencer, von denen 59 Prozent mehr Kooperationsanfragen während der Pandemie erhielten.

Alexander Frolov, CEO von HypeAuditor:

„In diesem Jahr konnten wir miterleben, wie Unternehmen auf der ganzen Welt ihre Werbebudgets gekürzt und sich ganz auf das Kerngeschäft fokussiert haben, um in Anbetracht der Krise die besten Ergebnisse und den höchstmöglichen ROI zu erzielen. Das Influencer Marketing hat sich diesem Trend jedoch widersetzt. Für Marken ist es auch in Zeiten des sozialen Abstands ein guter Weg, persönliche Beziehungen zu den Konsumenten aufzubauen. Da der Marketing-Disziplin nun aber eine noch größere Bedeutung beigemessen wird, steht viel auf dem Spiel. Aus diesem Grund ist es wichtiger denn je, dass Marken smart handeln und ihre Influencer-Kampagnen so transparent und authentisch wie möglich gestalten.“

Influencer Marketing gewinnt an Bedeutung

Laut des Digital 2020 Reports von Hootsuite ist die steigende Nachfrage nach Influencern vor allen darauf zurückzuführen, dass Menschen aufgrund der Einschränkungen im öffentlichen Leben und im Beruf mehr Zeit in sozialen Netzwerken verbringen. Influencer erhalten somit mehr Aufmerksamkeit und gewinnen dadurch für Unternehmen zusätzlich an Wert.

Insgesamt nutzten laut HypeAuditor bereits 73 Prozent aller Marken Influencer Marketing. In eher klassischen Branchen wie der Versicherungswirtschaft wird das Potenzial sozialer Medien aber noch immer kaum genutzt, wie die Trendstudie „Dos & Donʼts für Versicherer und Krankenkassen in den sozialen Medien“ des Unternehmens Heute und Morgen kürzlich herausfand.

Messbares Umsatzwachstum dank Influencer Marketing

62 Prozent der von HypeAuditor befragten Marken gaben an, auch während der Covid-19-Pandemie durch Kampagnen mit Influencern unmittelbar mehr Umsatz erzielt zu haben. Außerdem nahm bei 40 Prozent der Influencer-Kampagnen das Engagement der Nutzer im Vergleich zu Kampagnen, die vor der Covid-19-Pandemie ausgespielt wurden, zu.

Das Vertrauen der Konsumenten in eine Marke ist durch Influencer Marketing hingegen bei nur 37 Prozent der Unternehmen gestiegen. Verantwortlich ist dafür laut einer Studie des Unternehmens Bazaarvoice die oft fehlende Authentizität, die vor allen internetaffine Millennials bei Influencer vermissen.

Micro Influencer sind „authentisch“

Als Reaktion auf die mangelnde Authentizität großer Influencer versuchen Unternehmen zunehmend mit sogenannten Micro Influencer zusammenzuarbeiten. Die Daten von HypeAuditor zeigen, dass 50 Prozent der Unternehmen eine Reichweite von 5.000 bis 20.000 Followern als optimal ansehen. Mittelgroße Influencer mit 100.000 bis 500.000 Followern werden hingegen nur von 37 Prozent der Unternehmen als optimale Kooperationspartner angesehen.

Neue Konkurrenz für Influencer

HypeAuditor hat im Rahmen der Studie außerdem analysiert, ob es bei Kooperationen zwischen Marken und Influencer und generell auf dem Markt für Influencer seit Beginn der Covid-19-Pandemie deutliche Veränderungen gab.

Laut den Umfrageergebnissen verspüren 66 Prozent der Influencer bei der Erstellung ihre Inhalte vermehrt Druck. Dies ist bei 40 Prozent der Influencer auf die hohe Menge neuer Influencer zurückzuführen, die seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie auf den Markt gekommen sind.

Als Hauptgrund für den empfundenen Druck nannten 34 Prozent der Umfrageteilnehmer den Wunsch nach bessere Kooperationen mit passenden Partnerunternehmen und hoher Vergütung.

Als Reaktion auf die geänderte Situation am Markt erklärten 60 Prozent der Influencer, dass sie als direkte Folge der Pandemie ihre Inhalte geändert haben. 42 Prozent gaben überdies an häufiger neue Inhalte zu posten, um attraktiv für Follower und Kooperationspartner zu bleiben. Insgesamt führten diese Veränderungen bei 21 Prozent der Influencer dazu, dass sich ihr Themenschwerpunkt seit Beginn der Pandemie vollständig geändert hat.

 

Bild: © Jacob Lund – stock.adobe.com

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