NAGA Pay: Wie gut ist das neue Angebot?

Mit dem Einstieg in den Zahlungsverkehr hat sich das Hamburger Fintech-Unternehmen Naga etwas Großes vorgenommen. Angefangen hat das Startup mit einer Neobroker-App. Diese wurde nun um Banking-Funktionalitäten erweitert, sodass fortan auch Zahlungsgeschäfte abgewickelt werden können.

Verfügbar ist der neue Dienst Naga Pay seit dem 15. November 2020. Ob sich das Angebot lohnt, was die Vorteile der Vereinigung von Investment- und Zahlungsverkehr-App sind, und ob solche Dienste überhaupt langfristig am Markt Bestand haben werden, wird im Folgenden genauer unter die Lupe genommen.

Grundfunktion: Neobroker

Das Kerngeschäft von Naga ist und bleibt sein Neobroker. Diese App ermöglicht den Nutzern den Handel an der Börse, sowie an der Kryptobörse. Gehandelt werden können demnach Aktien, Fonds und ETFs, sowie Derivate (Optionsscheine, Zertifikate und Hebelprodukte wie CFDs), und andere Assets wie Rohstoffe und Devisen (Währungen).

Außerdem ist es möglich, verschiedene Kryptowährungen zu handeln, zum Beispiel Bitcoin. Kryptowährungen werden im Naga-Wallet aufbewahrt, das per Zwei-Wege-Authentifizierung solide gegenüber Hackerangriffen abgesichert ist.
Mittels einer „Social Trading“-Funktion ist es Nutzern möglich, einzelne oder sämtliche Positionen aus Portfolios von erfolgreichen anderen Nutzern herauszukopieren und in ihr eigenes Depot zu übernehmen. Das Nachahmen von Anlagestrategien wird derzeit immer beliebter, da unerfahrene Anleger und Börsenneulinge vom Wissen der Experten profitieren und durch das Nachahmen schneller ihre eigenen Strategien entwickeln können.

Für wissbegierige Nutzer bietet das Hamburger Fintech außerdem noch kostenlose Schulungsangebote, bei denen man Tipps rund um die Börse und das Investieren an derselben erhält. In Videos, Blog-Artikeln, Tutorials und Webinaren kann man sich so in der eigens für Schulungszwecke kreierten Naga Academy weiterbilden. Für Nutzer, die den „Gold Trader“-Status haben, bietet das Unternehmen sogar ein individuelles Coaching mit einem persönlichen Trainer an. Der Gold-Status wird einem allerdings erst ab einer Summe von 20.000 Euro auf seinem Handelskonto gewährt.

Erweiterung des Neobrokers zu einer Banking-App

Mit diesem Angebot ist Naga schon sehr breit aufgestellt und unterscheidet sich damit von vielen anderen Neobrokern, die sich oft nur auf einige wenige Anlageprodukte beschränken.

Doch dem Gründer und Geschäftsführer von Naga, Benjamin Bilski, war das nicht genug, wie er selbst klarstellt:

„Wir haben beschlossen, unsere gesamte Expertise in Nag Pay zu vereinen und eine Super-App rund um Mobile Banking und Investing entwickelt.“

Mit dem neuen Dienst können Nutzer weltweit ihre Zahlungsgeschäfte abwickeln. Wer sich zu Naga Pay anmeldet, erhält ein IBAN-Konto sowie eine Debit-Mastercard. Mit der Karte ist es möglich, weltweit zu bezahlen und Geld abzuheben. Mit dem Bereitstellen einer Funktion zum Tätigen von SEPA-Überweisungen hat der neue Dienst sämtliche Funktionen, die auch andere Banken in ihren Banking-Apps anbieten. Zusätzlich gibt es einen Bezahldienst auf Instant-Basis, mit dem Nutzer sich gegenseitig innerhalb weniger Sekunden Geld überweisen können.

In der Banking-App gibt es einen „Invest“-Button, der die Schnittstelle zum Neobroker darstellt. So können Nutzer direkt Geld, das sie auf ihrem verknüpften Konto haben, in Börsenprodukte oder Kryptowährung investieren.

Andersherum kann man außerdem direkt mit den Gewinnen, die man beim Investieren erzielt hat, über die Debit-Mastercard bezahlen.

Kosten von Naga Pay

Der Bezahlungs-Dienst und die Banking-Tätigkeiten sind völlig kostenlos. Benjamin Bilski hat klargestellt, dass auch weiterhin das komplette Geschäft aus den Einnahmen im Broker-Geschäft finanziert werden soll. Dabei erhält das Hamburger Unternehmen Provision von den außerbörslichen Handelsplatzbetreibern, zu denen die Order eines Kunden vermittelt wird.

Dies ist ein übliches Finanzierungsmodell bei Neobrokern und der Grund, warum diese ihre Kunden oft zu sehr niedrigen Preisen handeln lassen und auf Provisionen verzichten. Im Fall von Naga bedeutet das, dass beim Handel mit Wertpapieren oder anderen Börsenprodukten keine Gebühren anfallen, was vor allem für Anleger, die eine hohe tägliche Orderfrequenz haben, sehr attraktiv ist.

Sicherheit und Einlagensicherung

Naga ist börsennotiert, das heißt, dass das Unternehmen absolut transparent sein muss. Dieser Umstand kommt nicht nur Anlegern, sondern auch den Nutzern bzw. Kunden zugute. Das Unternehmen wird streng von der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) kontrolliert. Das Firmenkapital ist dabei vom Kapital der Kunden getrennt.

Ob mit dem Verknüpfen von Banking und Investment in einer App Naga ein Geniestreich gelungen ist, bleibt abzuwarten. Die Zahlen der ersten 21 Tage, sprechen jedoch für sich: 6.500 Nutzer haben dort bereits 2,5 Millionen Euro an Transaktionen getätigt – Tendenz steigend.

 

Bild: © sitthiphong  – stock.adobe.com

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