Weg mit dem Bargeld, rein in die digitale Zukunft?

Veröffentlichung: 22.08.2019, 04:08 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik bezahlen ihre Einkäufe nach wie vor gerne in bar. Doch in den letzten Monaten haben kontaktloses Bezahlen und Bezahlmethoden über das Smartphone deutlich an Zuspruch gewonnen.

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Laut einer Befragung der Strategieberatung Oliver Wyman steht dem Mobile Payment in Deutschland – auch dank Google Pay und Apple Pay – in diesem Jahr der Durchbruch bevor. So hat jeder vierte Befragte angegeben, dass er schon mindestens einmal mobil bezahlt hat. Gleichzeitig geht der Anteil an Bargeldtransaktionen weiter zurück.

Vincenzo Fiore, CEO bei Auriga, erklärt, wie mit Open Banking Vorbehalte gegenüber digitalen Bezahlmethoden aus dem Weg geräumt werden können.

Ist nur Bares Wahres?

Beide Bezahlmethoden haben ihre Vorteile. Wer mit Scheinen und Münzen bezahlt, hat die direkte Kostenkontrolle und kann auch in kleineren Geschäften, wie Bäckereien oder Kiosken, die keine elektronischen Zahlungsmethoden anbieten, einkaufen. Auch wenn die Tatsache, dass man mit Bargeld anonym Geschäfte abwickeln kann, von der Politik oftmals als Nachteil ausgelegt wird, ist das ein nicht zu leugnendes Plus von Bargeld. Wer mit Bargeld bezahlt, hinterlässt keine Daten, sodass die wachsende Informationsasymmetrie zwischen Verbrauchern und Unternehmen sowie zwischen Bürgern und Behörden vermindert wird.

Vincenzo Fiore, CEO bei Auriga, sagt:

„Verbraucher haben gute Gründe, sich über digitale Zahlungsmethoden Gedanken zu machen. Nicht nur, dass sie nicht wissen, in welcher Form ihre personenbezogenen Daten benutzt werden; schnell kann man auch Opfer eines Datendiebstahls werden.

Dank Open Banking beginnen die Verbraucher inzwischen jedoch, mehr Kontrolle und Verständnis über ihre Finanzen und ihre Bankdaten zu erlangen.“

Open Banking: Mehr Sicherheit beim digitalen Bezahlen

Kreditinstitute sollten ihre Kunden über die Möglichkeiten und Vorteile von Open Banking informieren. Insbesondere über die Schaffung eines neuen sicheren Umfelds und über die Gewährleistung der Rechenschaftspflicht und des Schutzes der Verbraucher vor Betrug. Um Datenschutzbedenken zu überwinden und das Vertrauen zu Open Banking aufzubauen, liegt es zudem an den Banken, ihr IT-Sicherheitsniveau genauer zu betrachten: Vincenzo Fiore dazu:

„Es muss eine End-to-End-Sicherheitslösung eingesetzt werden, die nicht nur eine starke Kundenauthentifizierung und -autorisierung bietet, sondern auch zuverlässige Identifikationen für eine kontinuierliche Kommunikation zwischen Banken, ihren Kunden und Dritten bietet. Darüber hinaus sind Public-Key-Infrastructure-(PKI)-Lösungen, die moderne Screening-, Schutz-, Präventions-, Erkennungs- und Reporting-Mechanismen nutzen, von essenzieller Bedeutung.“

Omnichannel: Verbraucher sollten die Wahl haben

Verbraucher entscheiden sich für die Bezahlmethode, die für sie am praktischsten ist. Für das mobile Bezahlen besteht aktuell ein enormes Wachstumspotenzial, da Banken die Online- und Mobile-Banking-Services kontinuierlich ausbauen und im Sinne des Open Banking neue Dienstleistungen einführen. Damit ermöglichen sie es, alle finanziellen Aktivitäten an einem Ort einzusehen und darauf zuzugreifen.

Es wird also nicht mehr lange dauern, bis die Mehrheit der Verbraucher digitale Bezahlmethoden als bequemer erachtet als Barzahlungen. Trotz dieser Entwicklung sollte man weiterhin die Wahl haben können, wie man bezahlen möchte und auch die Möglichkeit, keinen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen.

Ganz gleich wie Verbraucher bezahlen möchten, mit einem ganzheitlichen Omnichannel-Ansatz können Finanzinstitute ihren Kunden ein nahtloses Erlebnis über alle Kanäle bieten. Neben dem Online und Mobile Banking sowie dem Filial- und SB-Automatennetz sollten deshalb auch digitale Bezahlmöglichkeiten als Teil der Omnichannel-Strategie betrachtet werden.

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