So klappt`s auch in Zukunft mit dem Bargeld

Die Deutschen bezahlen nach wie vor am liebsten bar. Im Durchschnitt hebt jeder Deutsche 42 mal pro Jahr Geld ab und die elektronischen Zahlmethoden haben es noch immer schwer sich durchzusetzen. Laut Deutscher Bundesbank wurden im Jahr 2017 über 70 Prozent der Zahlvorgänge bar vorgenommen und nur rund 20 Prozent mit Karte.

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Und dieses Grundvertrauen zu Münzen und Scheinen verursacht bei den Geldinstituten immense Kosten. Cash-Management ist kostenintensiv und für jede Auszahlung an institutsfremden Geldautomaten zahlen Banken Gebühren, unabhängig vom abgehobenen Betrag. Deshalb haben große Direktbanken, wie beispielsweise comdirect und ING-Diba, um Kosten zu senken, einen Mindestbetrag von 50 Euro für Abhebungen eingeführt.

Vincenzo Fiore, CEO bei Auriga, kommentiert deshalb, wie Finanzinstitute sparen und dabei den Kunden weiterhin eine nahtlose Banking-Erfahrung bieten können:

Nähe zum Kunden bleibt wichtig

cms.onsbk.x Vincenzo Fiore, CEO, Auriga

„Den Rotstift bei einer Dienstleistung anzusetzen, die zum Alltag gehört, ist zu kurz gedacht. Natürlich können hier Verwaltungs- und Betriebskosten eingespart werden. Allerdings laufen die Banken auch Gefahr, damit die gutverdienenden Kunden von morgen zu verlieren, anstatt sie früh an sich zu binden. Denn laut einer Umfrage der FOM sind für die Young Professionals die Inklusivleistungen, wie etwa kostenlose Barabhebungen, ausschlaggebend für die Zufriedenheit mit dem eigenen Kreditinstitut. Dagegen führt ein Limit von 50 Euro für Abhebungen am Automaten bei der aufstrebenden Generation Z eher zu Problemen, wenn sie einen geringeren Betrag abheben möchte.

Kundenfreundlichere Möglichkeit der Kostensenkung

Das Vertrauen und die Bindung der Kunden sind gerade bei finanziellen Dienstleistungen essentiell. Dennoch müssen Prozesse und Abläufe effizienter werden. Banken und Sparkassen spüren den wachsenden Margendruck. Eine Möglichkeit, Kosten zu senken ohne die Kundenerfahrung zu verschlechtern, ist, effektives Cash-Management. Im Zeitalter der Vernetzung steht Banken eine große Auswahl an Software-Tools zur Verfügung, um die Verwaltung von Bargeld möglichst sparsam zu gestalten und zugleich Serviceausfälle für die Kunden zu verringern.

Mit diesen Lösungen können Finanzinstitute genau die Menge an Bargeld in den Automaten bereitstellen, die auch benötigt wird und nicht mehr. Das Ergebnis ist maximale Verfügbarkeit und Sicherheit bei minimalen Versicherungskosten. Die Vorhersage des Bedarfs an Münzen und Scheinen basiert auf einem Machine-Learning-System, das mithilfe von selbstlernenden Algorithmen den vorrausichtlich benötigten Betrag auf Grundlage historischer Daten berechnet. Dadurch kann auch der teure Transport von Bargeld besser gesteuert und reduziert werden. Wer genau weiß, wie viel Geld wann und wo gebraucht wird, hat eine größere Planungssicherheit und kann Prozesse effektiver gestalten.

Kooperation statt Konkurrenz

Natürlich entstehen auch dadurch immer noch Kosten für den Unterhalt der Geldautomaten für die Banken. Diese Kosten werden bei institutsfremden Bargeldauszahlungen auf die jeweilige Bank umgelegt. Sinnvoller und kundenfreundlicher als die Erhebung solcher Gebühren pro Vorgang sind dagegen White Label Financial Hubs. Wenn mehrere Finanzinstitute sich einen Standort und die Hardware teilen, dann reduzieren sich auch die Kosten.

Darüber hinaus wird dem Kunden die Suche nach einem kostenfreien Geldautomaten erleichtert, wenn er in einer Filiale das Angebot mehrerer Banken in Anspruch nehmen kann. Gerade in ländlichen Regionen könnte ein solches Modell den Erhalt von Geldautomaten ohne hohe Gebühren für die Kunden ermöglichen. So bleibt der Service bei aller Notwendigkeit zur Kostensenkung im Finanzwesen nicht auf der Strecke. Denn zufriedene Kunden halten der Bank die Treue.“

Bilder: (1) © Addoro / fotolia.com (2) © Auriga

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