Stichwort gute Bonität – welche Voraussetzungen sind dafür notwendig?

Eine gute Bonität ist sowohl für Privatmenschen als auch für Unternehmen sehr wichtig. Egal ob es um die Aufnahme von Krediten, das Mieten einer Wohnung oder das Abschließen eines Mobilfunkvertrags geht, immer wieder wird eine gute Bonität verlangt.

Manchmal passiert es aber, dass sich die eigene Bonität durch eine Fehlentscheidung verschlechtert. Es gibt aber Möglichkeiten, sie wieder zu verbessern. Dieser Ratgeber beschäftigt sich mit den Voraussetzungen, die für eine gute Bonität notwendig sind.

Gute Bonität bei Privatmenschen und Unternehmen

Die Bonität wird gelegentlich als Kreditwürdigkeit beschrieben. Sie gibt Auskunft darüber, wie gut eine Person oder ein Unternehmen in der Lage ist, finanziellen Obligationen nachzukommen. Mit einer guten Bonität ist es Firmen zum Beispiel möglich, sich am Kapitalmarkt mit Geld einzudecken, das dann für Investitionen oder den Betriebsausbau zur Verfügung steht.

Die Bonität von Privatpersonen wird beispielsweise beim Abschluss eines Mobilfunkvertrages oder beim Bemühen um eine neue Wohnung abgefragt. Neben der Zahlungsfähigkeit spielt bei der Bonität auch die Zahlungswilligkeit eine Rolle. Denn es ist durchaus möglich, dass eine Person zwar die finanziellen Mittel hat, um ihre Rechnungen zu begleichen, das aber einfach nicht tut.

Durch die Abfrage der Bonität wollen sich Kreditgeber und Leistungserbringer wie Vermieter vor Zahlungsausfällen schützen und bei einer größeren Auswahl die optimalen Vertragspartner für sich finden.

Was genau ist gute Bonität?

Es gibt keine allgemeingültigen Werte, ab wann eine Bonität als gut gilt. Grundsätzlich ist die Bonität jedoch umso besser, je höher der Score bei den jeweiligen Auskunfteien ist. Deswegen ist es sinnvoll, sich zum Beispiel regelmäßig bei der Schufa über den aktuellen eigenen Score zu informieren.

95 Prozent sind ein guter Wert, 97 Prozent ein sehr guter Wert. Bei bonify beginnt ein guter Wert ab 942 Punkten und ein sehr guter Wert ab 966 Punkten. Zur Premiumklasse gehört, wer einen Wert von 994 Punkten erreicht. Da immer die Möglichkeit besteht, dass jemand aufgrund eines Todesfalls seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann, ist ein Score von 100 Prozent niemals erreichbar.

Diese Kriterien sind bei der Bewertung der Bonität entscheidend

Eine Vielzahl von personenbezogenen Daten werden bei der Ermittlung der Bonität gesammelt und festgehalten. So kennen Auskunfteien wie die Schufa oder bonify beispielsweise den Namen, den Geburtsnamen und die Adresse von Menschen und Firmen. Diese dienen der Zuordnung der verschiedenen Kriterien, die Einfluss auf den Bonitäts-Score nehmen.

Außerdem spielen Zahlungserfahrungen bei der Bonität eine wichtige Rolle. Negative Aspekte wie Zahlungsverzögerungen werden ebenso festgehalten wie positive Aspekte, wie die pünktliche Rückzahlung eines Kredits. Sollten Zahlungsansprüche an ein Inkassounternehmen weitergereicht werden, hat auch das Einfluss auf die Bonität. Dasselbe gilt für Maßnahmen wie Haftbefehle, eidesstattliche Versicherungen oder Insolvenzverfahren. Nicht zuletzt spielt es für die Bonität eine Rolle, ob aktuelle Kreditverpflichtungen bestehen.

Die eigene Bonität schrittweise verbessern

Manchmal passiert es einfach, dass die eigene Bonität sinkt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine Geschäftsidee nicht aufgeht und ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden muss. Allerdings ist niemand, dem oder der so etwas passiert, ein Leben lang mit einer schlechten Bonität gestraft. Denn zum einen löschen die Auskunfteien bestimmte Informationen nach einer festgelegten Frist wieder. Zum anderen besteht die Möglichkeit, Einfluss auf die eigene Bonität zu nehmen und diese zu verbessern.

Das wichtigste Werkzeug ist hierbei eine zuverlässige Zahlungsmoral. Durch das stets pünktliche Begleichen von Rechnungen verbessert sich die Bonität schrittweise. Ebenso ist es sinnvoll, mit möglichst wenigen Girokonten zu arbeiten. Durch eine Umschuldung lassen sich Zinsen sparen und ein guter Überblick über die bestehenden Zahlungsverpflichtungen gewinnen. Gelegentlich schleichen sich bei den Auskunfteien Fehler bei den Daten ein, die sich negativ auf den Score auswirken. Deswegen sollten die eigenen Daten hin und wieder geprüft werden.

Die Bedeutung von Schufa und bonify für die Bonität

Auskunfteien wie die Schufa und bonify sammeln Daten über die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens und berechnen ausgehend davon einen sogenannten Bonitäts-Score. Dieser dient als Orientierung bei der Frage, wie zuverlässig eine Person oder eine Firma ihren finanzielle Verpflichtungen nachkommt und wie wahrscheinlich es für Kreditgeber ist, ihr verliehenes Geld wiederzubekommen. In die Berechnung fließen ganz unterschiedliche Aspekte und Werte mit ein. Da die Auskunfteien nicht selbst Kredite vergeben, sondern Kreditgeber lediglich ihren Bonitäts-Score zur Verfügung stellen, müssen sie ihr Berechnungsverfahren nicht offenlegen. Es gibt aber einige Punkte, die nachweislich Einfluss auf die Bewertung haben.

So können Anbieter von Mobilfunkverträgen oder Stromanbieter den Auskunfteien mitteilen, wenn eine Kundin oder ein Kunde bestehende Rechnungen nicht pünktlich bezahlt. Allerdings müssen die Betroffenen hierfür mindestens zweimal abgemahnt worden sein und zwischen der ersten Mahnung und der Meldung an die Schufa müssen mindestens vier Wochen liegen. Deswegen ist es im Namen der eigenen Bonität wichtig, solche Rechnungen pünktlich zu bezahlen. Außerdem wissen die Auskunfteien, wann eine Person einen Kredit angefragt hat und ob bestehende Kredite pünktlich zurückgezahlt wurden. Da die Banken allerdings nicht dazu verpflichtet sind, die Auskunfteien über erteilte Dispo-Kredite oder deren Höhe zu geben, fließen solche Kriterien nicht in die Bewertung mit ein. Die Bonitäts-Scores der Auskunfteien sind für viele Kreditgeber entscheidende Messwerte zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Personen und Unternehmen. Deswegen sollten sie immer so gut wie möglich sein.

Fazit: Eine gute Bonität lässt sich mit etwas Engagement erreichen

Es gibt verschiedene Faktoren, die Einfluss auf die Bonität nehmen. Auf die meisten von ihnen können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen Einfluss nehmen. Wichtig ist es, eine gute Zahlungsmoral zu besitzen und sich regelmäßig über den eigenen Bonitäts-Score zu informieren. Auf diese Weise gewinnt man einen Überblick und kann an einer guten Bonität aktiv arbeiten.

 

Bild: © Brian Jackson / fotolia.com

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