Versicherer investieren trotz Sorge um Konjunkturabschwächung

Die Mehrheit der Versicherer investiert trotz zunehmender Sorgen um eine globale Konjunkturabschwächung weiterhin Kapital. Dies zeigt die achte Auflage der jährlichen globalen Versicherungsstudie „Cautiously Opportunistic“ der Goldman Sachs Asset Management (GSAM).

85 Prozent der befragten Versicherer sind überzeugt, dass wir uns in der späten Phase des Kreditzyklus befinden (gegenüber 34 Prozent im Vorjahr).

Volker Anger, Leiter der DACH-Region bei Goldman Sachs Insurance Asset Management; dazu:

„Die Mehrheit der Versicherer rechnet damit, dass in den USA eine Rezession ansteht, allerdings noch nicht in diesem Jahr. Die Versicherer setzen weiterhin Kapital ein, sind aber selektiver bei den Risiken, die sie eingehen. Sie planen weiter dem jüngsten Allokationstrend in weniger liquide Anlageklassen wie Private Equity, Infrastruktur- und Mittelstandsanleihen zu folgen. Weltweit ziehen sie sich aus lokalen Staatsanleihen zurück und investieren in US-amerikanische und europäische Investment Grade-Unternehmensanleihen sowie in Sachwerte und Private Equity.“

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick

  • Eine Konjunkturabschwächung in den USA, Europa und China dominiert die makroökonomischen Überlegungen.
  • Die Sorgen der Versicherer vor steigenden Zinsen sanken deutlich (sieben Prozent, gegenüber 30 Prozent im Vorjahr). Am stärksten beunruhigt Versicherungsinvestoren eine sich verschlechternde Kreditqualität in ihren Portfolios (38 Prozent, gegenüber 23 Prozent im Vorjahr).
  • Die Versicherer sehen Aktienrenditen positiv. Dabei erwarten 62 Prozent der Befragten, dass die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries am Jahresende zwischen 2,5 und 3,0 Prozent bleiben wird. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu früheren Ergebnissen, in denen steigende Zinsen erwartet wurden. Die Versicherer planen, die Haltedauer in ihren Portfolios zu verlängern.
  • Mehr als die Hälfte der Versicherer investiert in ETFs (56 Prozent). Festverzinsliche ETFs werden am häufigsten verwendet, um kurzfristige taktische Portfolioanpassungen vorzunehmen oder die operative Effizienz zu steigern.
  • 62 Prozent der befragten Versicherer betrachten ESG-Kriterien als eine von mehreren Investitionsüberlegungen; in Europa (83 Prozent) und im asiatisch-pazifischen Raum (81 Prozent) ist die Akzeptanz von Nachhaltigkeitskriterien deutlich höher als in Amerika (43 Prozent).
  • Fast die Hälfte der Befragten investiert in Insurtech (46 Prozent), wobei im asiatisch-pazifischen Raum mit 68 Prozent der größte Anteil engagiert ist. Die verbesserte betriebliche Effizienz ist der häufigste Grund.

 

Bild: © Michail Petrov / fotolia.com

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