Digitale Transformation stellt Wirtschaft vor Herausforderungen
503 Unternehmen wurden im Auftrag des Digitalverbands Bitkom befragt – und 100 Prozent beklagten Hemmnisse hinsichtlich der digitalen Transformation. Vor allem die rechtlichen Anforderungen bei der Nutzung von Daten, die Sorgen um die IT-Sicherheit und der Fachkräftemangel bremsen die Digitalisierung in Deutschland.
Die Ergebnisse im Detail
In einer repräsentativen Umfrage unter 503 Unternehmen aller Branchen gab kein einziges Unternehmen an, die Digitalisierung verlaufe ohne Schwierigkeiten. 7 Prozent wissen es nicht oder können keine Angaben machen. Demnach gibt es die größten Schwierigkeiten bei Datenschutz und IT-Sicherheit, beim Personal sowie bei internen Abstimmungen. Jeweils 4 von 10 Unternehmen geben an, dass die Anforderungen an den Datenschutz (38 Prozent) sowie die IT-Sicherheit (37 Prozent) die digitale Transformation behindern.
Jeweils 3 von 10 Unternehmen sagen, es fehle an Akzeptanz in der Belegschaft (29 Prozent) sowie geeigneten Fachkräften mit Digitalkompetenz (28 Prozent). Ähnlich häufig werden fehlende Vorgaben aus der Geschäftsleitung (27 Prozent) und langwierige Entscheidungsprozesse (25 Prozent) beklagt, 16 Prozent sehen sich durch eine fehlende Investitionsbereitschaft behindert.
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder betont:
„Jedes Unternehmen muss für sich eine Digitalstrategie entwickeln. Wenn erst einmal klare Ziele festgelegt sind, wird die Abstimmung im Unternehmen viel einfacher. Teil einer Digitalstrategie sollte auch die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern sein. Wer über qualifiziertes Personal verfügt, der kann auch mit Anforderungen durch den Datenschutz und mit dem zentralen Thema IT-Sicherheit deutlich besser umgehen.“
Forderungen an die Politik
Es gäbe Wege, die Digitalisierung in Deutschland zu beschleunigen.
Diese sind ganz klar mit Forderungen an die Politik verknüpft: Neben einem flächendecken Breitbandausbau mit mindestens 50 Mbit/s, den 59 Prozent fordern, stehen ein höheres Engagement bei IT-Sicherheit, etwa mit mehr Mitteln für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), sowie bildungspolitische Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel (je 52 Prozent) im Mittelpunkt.
Ebenfalls große Bedeutung wird einheitlichen Datenschutzgesetzen in Europa (42 Prozent) beigemessen. Jeder Dritte (31 Prozent) erwartet mehr politische Unterstützung, um die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Industrie 4.0 zu forcieren.
Rohleder:
„Die Unternehmen wollen mit der digitalen Transformation in Deutschland eine Erfolgsgeschichte schreiben. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten bei den wichtigen Themen wie Sicherheit, Datenschutz sowie Aus- und Weiterbildung gemeinsam die richtigen Weichen stellen – dabei sind Unternehmen, Politik und jeder einzelne Mitarbeiter gleichermaßen gefordert.“
Bild: © alphaspirit / fotolia.com
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