Maklerpools 2025: „BIG 4“ bauen Vorsprung aus
Der Markt der Maklerpools und Verbünde wächst deutlich schneller als der Versicherungsmarkt – doch nicht alle profitieren gleichermaßen. Die aktuelle AssCompact-Studie der bbg Betriebsberatungs GmbH zeigt eine klare Entwicklung: Wenige große Anbieter dominieren zunehmend das Geschäft, während Finanzinvestoren und Plattformmodelle die Spielregeln verändern.
Wachstum über Marktniveau – aber mit zunehmender Spreizung
Der Markt der Maklerpools und Verbünde hat im Geschäftsjahr 2024 ein außergewöhnlich starkes Wachstum verzeichnet. Das betreute Courtagevolumen der 24 analysierten Anbieter im sogenannten Kernmarkt stieg um 16,5 Prozent und lag damit deutlich über der Entwicklung des deutschen Versicherungsmarktes, der im gleichen Zeitraum um 5,2 Prozent zulegte. Doch das Wachstum verteilt sich ungleich. Während einzelne Anbieter ihre Marktposition weiter ausbauen und ihre Profitabilität steigern, geraten kleinere und mittlere Wettbewerber zunehmend unter Druck. „Wir sehen eine klare Spaltung des Marktes: Die BIG 4 wachsen nicht nur schneller – sie profitieren strukturell von Skaleneffekten, Technologiekompetenz und Finanzstärke“, erklärt Klaus-Jürgen Baum, einer der beiden Köpfe hinter der neuen Studie.
Die „BIG 4“ dominieren den Markt
Besonders deutlich wird die Entwicklung an der Spitze des Marktes. Die führenden Anbieter – blau direkt GmbH, INFITECH GmbH, JDC Group AG und VEMA eG – konnten ihren Marktanteil weiter ausbauen und vereinen inzwischen einen erheblichen Teil des Geschäftsvolumens auf sich. „Das Wachstumsmomentum der führenden Anbieter ist ungebrochen. Ihre Zuwächse übersteigen teilweise die Geschäftsvolumina kleinerer und mittlerer Wettbewerber“, so Co-Autor Dietmar Kottmann, Partner bei Oliver Wyman.
Die Studie zeigt damit eine klassische Entwicklung reifer Märkte:
- Skaleneffekte verstärken bestehende Marktpositionen
- Größe wird zum Wettbewerbsvorteil
- Markteintrittshürden steigen
Finanzinvestoren treiben die Konsolidierung
Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist der wachsende Einfluss von Private-Equity-Investoren. Übernahmen, Beteiligungen und strategische Allianzen verändern die Marktstruktur zunehmend. Zu den jüngsten Beispielen zählen unter anderem Transaktionen rund um Netfonds AG sowie verticus. Laut Studie entstehen dadurch Strukturen, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar gewesen wären. „Private Equity Investoren haben ihre Stellung nochmals deutlich ausgebaut – zuletzt mit den Übernahmen von Netfonds und verticus“, so Baum. Damit verschiebt sich der Fokus im Markt: Nicht nur operative Exzellenz entscheidet, sondern zunehmend auch Kapitalzugang und Expansionsfähigkeit.
Plattformökonomie verändert die Entscheidungslogik
Neben Kapital spielt Technologie eine immer größere Rolle. Die Studie zeigt klar: Makler wählen heute nicht mehr nur einen Pool – sondern ein gesamtes System. „Makler entscheiden sich heute nicht nur für einen Pool, sondern für ein gesamtes Ökosystem“, erklärt Kottmann. „Das verändert die Spielregeln im Wettbewerb grundlegend.“ Entscheidend sind dabei:
- Integrationstiefe von Prozessen
- digitale Leistungsfähigkeit
- Netzwerkeffekte innerhalb der Plattform
Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie stark sich Vermittler an einzelne Anbieter binden und welche strategischen Abhängigkeiten daraus entstehen.
Neue Dynamik bei Investment- und Allfinanzpools
Erstmals beleuchtet die Studie auch detailliert das Segment der Investment- und Allfinanzpools unter Einbeziehung von Haftungsdächern. Die Analysen zeigen, dass sich hier neue Wettbewerbsdynamiken entwickeln – insbesondere durch die zunehmende Verzahnung von Versicherungs- und Investmentgeschäft. Diese Entwicklung dürfte den Markt zusätzlich verändern, da Anbieter künftig stärker als ganzheitliche Finanzplattformen auftreten.
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