Camping-Boom: Bei der Wohnmobilversicherung zahlen viele zu viel
Die Nachfrage nach Campingurlauben bleibt hoch. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Analyse: Wer seine Wohnmobilversicherung nicht vergleicht, verschenkt schnell mehrere hundert Euro im Jahr.
Camping liegt weiter im Trend. Nach aktuellen Daten des Statistisches Bundesamt wurden im Jahr 2025 rund 44,7 Millionen Gästeübernachtungen auf Campingplätzen verzeichnet – ein neuer Höchstwert. Das entspricht einem Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt rund 25 Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2019. Damit entfällt inzwischen etwa jede elfte Übernachtung in Deutschland auf einen Campingplatz, während sich die Zahl der Campingübernachtungen innerhalb von 20 Jahren sogar mehr als verdoppelt hat. Die anhaltend hohe Nachfrage zeigt: Wohnmobile und Caravaning sind längst kein Nischenthema mehr – entsprechend steigt auch die Relevanz eines passenden Versicherungsschutzes.
Große Preisunterschiede bei gleichen Leistungen
Wie stark sich ein Vergleich lohnen kann, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Geldratgebers Finanztip. Demnach unterscheiden sich die Beiträge für Wohnmobilversicherungen teils erheblich – selbst bei vergleichbaren Fahrzeugen und identischen Angaben. „Die Preisunterschiede bei Wohnmobil-Versicherungen sind riesig, selbst bei vergleichbaren Fahrzeugen und identischen Angaben. Wer nicht vergleicht, zahlt oft deutlich zu viel“, sagt Kathrin Gotthold-Hildebrandt, Versicherungsexpertin bei Finanztip. Die Analyse basiert auf zwölf Musterprofilen, die typische Nutzungsszenarien abbilden. Dabei zeigte sich: Kein Anbieter und kein Vergleichsportal lieferte durchgängig die günstigsten Tarife.
Zweistufiger Vergleich empfohlen
Finanztip empfiehlt daher ein zweistufiges Vorgehen. Zunächst sollten Angebote bei Direktversicherern eingeholt werden, die in vielen Fällen günstige Tarife bieten. Anschließend lohnt sich der Blick auf spezialisierte Vergleichsrechner, um individuell passende Alternativen zu identifizieren. Gerade spezialisierte Anbieter können laut Analyse helfen, Abweichungen zum jeweils günstigsten Angebot zu reduzieren und damit zusätzliche Einsparpotenziale zu erschließen.
Haftpflicht günstig – Vollkasko deutlich teurer
Die Beitragshöhe hängt stark vom gewählten Leistungsumfang ab. Reine Haftpflichtversicherungen sind bereits für unter 100 Euro jährlich erhältlich, während Vollkaskotarife – je nach Fahrzeug und Profil – auch über 900 Euro kosten können. Teilkasko-Tarife bewegen sich häufig im Bereich zwischen 200 und 500 Euro pro Jahr, können aber je nach Risiko und Ausstattung ebenfalls darüber hinausgehen. Selbst innerhalb derselben Tarifart zeigen sich deutliche Unterschiede: Für identische Fahrzeuge und Fahrerprofile können die Beiträge mehrere hundert Euro auseinanderliegen.
Viele verzichten auf Wechsel – trotz Sparpotenzial
Trotz dieser Unterschiede bleibt die Wechselbereitschaft gering. Laut Finanztip hat knapp die Hälfte der Wohnmobilbesitzer ihre Versicherung noch nie gewechselt. Ein Drittel dieser Gruppe hat sich bislang nicht einmal aktiv mit einem Wechsel beschäftigt. Dabei ist der Preis der wichtigste Wechselgrund: 82 Prozent derjenigen, die bereits gewechselt haben, nannten niedrigere Beiträge als entscheidenden Auslöser.
Sonderausstattung als Risiko-Faktor
Neben dem Preis spielt auch der Leistungsumfang eine zentrale Rolle. Insbesondere die Absicherung von Sonderausstattung wird häufig unterschätzt. Markisen, Solaranlagen oder individuelle Ausbauten können einen erheblichen Anteil am Fahrzeugwert ausmachen. Gleichzeitig begrenzen viele Tarife die Erstattungssumme für solche Komponenten. „Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt, bleiben Halter im Schadenfall auf Kosten sitzen“, warnt Gotthold-Hildebrandt.
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