Allianz baut ihr Infrastrukturportfolio weiter aus
Die Allianz beteiligt sich am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Gemeinsam mit Talanx sollen Milliarden in den Netzausbau fließen. Für Versicherer sind solche Infrastrukturinvestments mehr als nur ein Beitrag zur Energiewende – sie gelten zunehmend als strategischer Baustein der Kapitalanlage.
Einstieg in kritische Infrastruktur
Die Allianz steigt über ihre Investmenttochter Allianz Global Investors in das deutsche Stromnetz ein. Konkret erwirbt AllianzGI im Rahmen einer Partnerschaft mit Talanx einen mittelbaren Anteil am Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Amprion betreibt ein Höchstspannungsnetz von rund 11.000 Kilometern und versorgt etwa 29 Millionen Menschen in Deutschland. In den kommenden Jahren sind umfangreiche Investitionen geplant: Insgesamt sollen rund 9.300 Kilometer Stromleitungen neu gebaut oder ausgebaut werden. Der Abschluss der Transaktion wird – vorbehaltlich regulatorischer Bedingungen – im zweiten Quartal 2026 erwartet.
Energiewende als Investitionstreiber
Der Ausbau der Stromnetze gilt als zentrale Voraussetzung für die Energiewende. Steigende Einspeisung erneuerbarer Energien erfordert mehr Kapazität sowie höhere Flexibilität im Netzbetrieb. Mario Skoric, Chief Executive Officer bei Allianz Investment Management, ordnet die strategische Bedeutung ein: „Langfristige Infrastrukturinvestitionen sind ein wesentlicher Baustein unserer Anlagestrategie. Gerade im Zuge der Energiewende gewinnen Stromnetze als Rückgrat eines dekarbonisierten Energiesystems weiter an Bedeutung.“
Auch auf Seiten von Talanx wird der Ausbau als strukturelle Notwendigkeit gesehen. Finanzvorstand Jan Wicke verweist auf den steigenden Bedarf an Netzkapazitäten, um die Klimaziele zu erreichen.
Kapitalanlage: Fokus auf stabile Erträge
Für Versicherer sind Infrastrukturinvestments nicht nur industriepolitisch relevant, sondern auch aus Sicht der Kapitalanlage interessant. Andreas Lindner, Chef-Kapitalanleger der Allianz Lebensversicherung, betont: „Infrastrukturinvestitionen bieten stabile und planbare Erträge, unabhängig von den Schwankungen an den weltweiten Finanzmärkten. Sie eignen sich daher sehr gut für die langfristig angelegte Zukunfts- und Altersvorsorge und bilden einen Schwerpunkt unserer Anlagestrategie im Bereich alternativer, nicht börsengehandelter Assets.“ Gerade Stromnetze verbinden mehrere Aspekte: Versorgungssicherheit, Energiewende und langfristige Renditeperspektiven. Laut Lindner können auch Versicherte mit kleineren Sparbeiträgen indirekt an solchen Investments partizipieren.
Alternative Anlagen gewinnen weiter an Gewicht
Die Allianz baut ihre Engagements im Bereich alternativer Anlagen bereits seit Jahren aus.
- Die Allianz Lebensversicherung investiert rund 34 Prozent der Kundengelder – mehr als 90 Milliarden Euro – in nicht börsengehandelte Anlagen wie Infrastruktur oder erneuerbare Energien.
- In der privaten Krankenversicherung entfallen von rund 37 Milliarden Euro Alterungsrückstellungen etwa 13 Milliarden Euro auf alternative Investments.
Parallel erweitert der Konzern sein Energie-Portfolio kontinuierlich. Erst kürzlich hatte die Allianz eine Beteiligung an mehreren Batteriespeicherprojekten in Deutschland gemeinsam mit TotalEnergies angekündigt. Auch international ist der Versicherer aktiv, etwa über eine Beteiligung am finnischen Netzbetreiber Elenia.
Édouard Jozan, Head of Private Markets bei Allianz Global Investors, formuliert den Anspruch so: „Als langjähriger Investor in Energieinfrastruktur freuen wir uns sehr, gemeinsam mit unserem Partner Talanx die Weiterentwicklung des zweitgrößten deutschen Stromnetzes voranzutreiben und für unsere Kunden langfristig attraktive Renditen zu erzielen.“
Themen:
LESEN SIE AUCH
HDI Global: Nils Langrehr übernimmt Leitung des Power Underwriting
Allianz startet mit Rekordgewinn ins Jahr 2025 – Ausblick bestätigt
Generali-Tochter ermöglicht Infrastrukturanlagen im Bereich der sauberen Energien
Generali 2025: Rekordergebnis dank Schadenversicherung und kapitalleichter Lebenspolicen
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
Wie Helvetia im deutschen Maklermarkt punkten will
ROLAND Schutzbrief profitiert von mildem Schadenjahr
R+V steigert Ergebnis deutlich
VPV: Ausland und Einmalbeiträge treiben Wachstum
Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk
Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.













