Grönland-Zölle verunsichern Märkte

Veröffentlichung: 21.01.2026, 15:01 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die angekündigten US-Zölle gegen mehrere europäische Länder sorgen für Unruhe an den Kapitalmärkten. Ross Cartwright, Lead Strategist bei MFS Investment Management, ordnet im Marktkommentar ein, warum die tatsächlichen Auswirkungen auf europäische Unternehmensgewinne aus seiner Sicht überschaubar bleiben könnten.

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Neue US-Zölle mit politischem Hintergrund

Die jüngsten US-Zölle, die acht europäische Länder wegen ihres militärischen Engagements in Grönland betreffen, haben bei Investoren Besorgnis ausgelöst. Die Zölle beginnen bei 10 Prozent steigen bis Juni möglicherweise auf 25 Prozent auf eine Bannbreite von Produkten an. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die tatsächlichen Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne wahrscheinlich begrenzt sein werden.
Diese Länder machen zwar etwa 72 Prozent des MSCI Europe Index aus – aber nur 2,2 Prozent der Einnahmen des MSCI Europe entfallen auf die von den Zöllen betroffenen Bereiche (Quelle: Morgan Stanley, Stand: 19 Januar 2026). Die global diversifizierten Aktivitäten europäischer Unternehmen, die auch bedeutende Produktionsstätten in den USA haben, mildern die direkten Auswirkungen auf die Erträge zusätzlich ab.

Dieser Konflikt sollte in eine Reihe handels- und geopolitischer Dynamiken eingeordnet werden, die verdeutlichen, wie wichtig es ist, Risiken und Chancen aus einer globalen und nicht nur rein europäischen Perspektive zu bewerten. Wir erwarten zwar messbare, aber moderate Auswirkungen auf die Gewinne, die die Finanzmärkte nicht beeinträchtigen sollten.

Ein Großteil der betroffenen Einnahmen unterliegt bereits dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA). Die bevorstehende Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs über die Befugnisse der Regierung im Rahmen des IEEPA könnte zu einer gewissen Volatilität führen. Sollte das Gericht gegen die Regierung entscheiden, rechnen wir damit, dass die Zölle auf anderer Grundlage erneut verhängt werden.

Das Gesamtrisiko bleibt dabei jedoch gering und gut nachvollziehbar. Wir rechnen also mit eher schwachen langfristigen Auswirkungen für europäische Unternehmen.
Für Anleger zeigt diese Entwicklung, wie wichtig es ist, sich auf langfristige Fundamentaldaten zu konzentrieren, anstatt auf kurzfristige geopolitische Turbulenzen zu reagieren. Auch wenn Schlagzeilen die wahrgenommenen Risiken verstärken, scheinen die tatsächlichen Auswirkungen auf die Gewinne begrenzt zu sein. In dieser Situation lohnt es sich, investiert zu bleiben, auf Diversifikation zu achten und das Portfolio an strategischen Zielen auszurichten.

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