HUK-E-Barometer: Jüngster Elektro-Trend erreicht höchsten Stand seit zwei Jahren

Die Wechselquote von Verbrennern zu reinen Elektroautos steigt so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Laut HUK-E-Barometer lag sie im dritten Quartal 2025 bei 6,2 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie Anfang 2024. HUK-COBURG-Vorstand Dr. Jörg Rheinländer sieht darin einen möglichen Wendepunkt. Doch die Zahlen zeigen: Der E-Boom hängt künftig stark vom Gebrauchtwagenmarkt und einer neuen Förderpolitik ab.

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Der E-Boom hängt künftig stark vom Gebrauchtwagenmarkt und einer neuen Förderpolitik ab.Der E-Boom hängt künftig stark vom Gebrauchtwagenmarkt und einer neuen Förderpolitik ab.distelAPPArath / pixabay

E-Auto-Wechsel auf Zweijahreshoch – Trend trotz Förderstopp

Der Anteil privater Fahrzeughalter, die beim Fahrzeugwechsel auf ein reines Elektroauto umsteigen, erreicht im dritten Quartal 2025 den höchsten Wert seit zwei Jahren. Laut HUK-E-Barometer liegt die Umstiegsquote aktuell bei 6,2 Prozent (Vorquartal: 5,5 Prozent). Damit hat sich der Wert seit dem Tief Anfang 2024 – nach Wegfall der Kaufprämie – mehr als verdoppelt. HUK-COBURG-Vorstand Dr. Jörg Rheinländer bewertet die Entwicklung positiv: „Ein neuer Schub bei der Verbreitung von Elektroautos in Deutschland scheint jetzt da zu sein. Und die Pläne der Bundesregierung für eine neu konzipierte Förderung ab 2026 gehen aus unserer Sicht in die richtige Richtung.“

Gebrauchtmarkt wird Schlüsselrolle übernehmen

Im privaten Automarkt dominieren traditionell Gebrauchtwagen – und dieser Trend erreicht nun auch den Elektrobereich. 2020 waren nur 10 Prozent der E-Umsteiger mit einem Gebrauchtwagen unterwegs. 2025 liegt dieser Anteil bereits bei über 50 Prozent. Eine Förderung gebrauchter E-Autos könnte laut HUK mehrere Effekte auslösen:

  • Erweiterung der Zielgruppen, insbesondere für jüngere Käufer
  • Senkung der Einstiegsbarrieren, da Neuwagen häufig zu teuer sind
  • Beschleunigung der Marktdurchdringung, da der Gebrauchtmarkt mengenmäßig dominanter ist

Laut HUK-E-Barometer bewerten unter 40-Jährige E-Autos 62 Prozent häufiger positiv als die älteren Generationen. Dennoch steigen Ältere bislang fast doppelt so häufig um – vermutlich wegen der höheren Kaufkraft. Rheinländer: „Wir wissen aus unseren Befragungen, dass die Kosten bei der Wahl von Verkehrsmitteln das entscheidende Kriterium sind.“

Modelltrends: Neue Topseller, klare Verlierer

Neuwagen

  1. Skoda Elroq
  2. Cupra Born
  3. BMW X1

Der Skoda Elroq erreichte die Spitze, obwohl er erst seit Januar 2025 auf dem Markt ist. Im Vorjahr lag das Tesla Model Y noch mit Abstand auf Platz 1 – 2025 fällt es auf Platz 8 zurück.

Gebrauchtwagen

  1. VW ID.3
  2. Opel Corsa
  3. Mercedes EQA

Deutliche Rückgänge verzeichnen 2025 dagegen der BMW i3, der Smart Fortwo und der Hyundai Kona.

Hybridfahrzeuge: Plug-in-Fahrer steigen dreimal so häufig auf E-Autos um

Der Hybridmarkt spaltet sich stark:

  • Fahrer von Plug-in-Hybriden wechseln mehr als dreimal so häufig auf reine Elektroautos wie andere Hybridnutzer.
  • Fahrer von Mild- oder Vollhybriden zeigen dagegen ein Umstiegsverhalten, das dem von Diesel- und Benzinhaltern ähnelt.

Die HUK vermutet, dass Mild- und Vollhybride eher als „verbrauchsoptimierte Verbrenner“ wahrgenommen werden – da der Ladevorgang vollständig fehlt.

Regionale Unterschiede: Ostdeutschland bleibt Schlusslicht

Bei Umstiegsquoten und Beständen liegen Bayern (3,9 %) und Niedersachsen (3,8 %) vorn. Vier ostdeutsche Länder bilden das Schlussfeld: Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. In diesen Bundesländern sind die Werte jeweils nur halb so hoch wie in den Spitzenländern.

Über das HUK-E-Barometer:
Die Analyse basiert auf Versicherungsbestandsdaten der HUK-COBURG (über 14 Mio. Fahrzeuge) und einer repräsentativen Online-Umfrage von YouGov mit 4.078 Teilnehmern (01.08. – 26.08.2025). Die Ergebnisse sind nach Alter, Geschlecht und Region gewichtet.

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