DAX-Unternehmen im Klima-Check: Fortschritte mit Lücken bei CO₂-Reduktion

Pünktlich zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Brasilien veröffentlicht Union Investment die Klimastudie 2025 – und zeichnet ein gemischtes Bild. Immer mehr DAX-Unternehmen verankern Klimaziele und CO₂-Anreize im Management, doch bei der Umsetzung klaffen Anspruch und Realität weiter auseinander.

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Elf DAX-Konzerne erfüllen inzwischen die nationalen Klimaziele bis 2045, weitere 22 die EU-Vorgaben für 2050.Elf DAX-Konzerne erfüllen inzwischen die nationalen Klimaziele bis 2045, weitere 22 die EU-Vorgaben für 2050.DALL-E

Laut der Analyse zählen 16 DAX-Unternehmen zu den Klima-Vorreitern, darunter GEA, Deutsche Telekom, Bayer, RWE, Volkswagen und Beiersdorf. Besonders GEA überzeugt als DAX-Neuling mit einer CO₂-Reduktion im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel. Gleichzeitig zeigen 13 Konzerne weiterhin deutliche Defizite: MTU und Scout24 tragen die „rote Laterne“ im Klimaranking. „Viele DAX-Unternehmen trotzen dem Gegenwind beim Thema Klima“, sagt Dr. Henrik Pontzen, Chief Sustainability Officer bei Union Investment. „Aber bei einigen fehlt es an Anspruch und Umsetzungsbereitschaft – hier werden wir mit unserem Klima-Engagement ansetzen.“

Klimaziele, Anreize und Transparenz – ein gemischtes Bild

Elf DAX-Konzerne erfüllen inzwischen die nationalen Klimaziele bis 2045, weitere 22 die EU-Vorgaben für 2050. Unternehmen wie Mercedes-Benz, Deutsche Telekom, Merck, RWE und Henkel setzen ambitionierte Pfade mit klaren Meilensteinen. Dagegen haben Fresenius Medical Care, Infineon und Rheinmetall kaum Fortschritte vorzuweisen, MTU hat seine Klimaziele sogar abgeschwächt.

Positiv: Nahezu alle DAX-CEOs werden inzwischen auch nach Klimaerfolgen bezahlt. 25 Konzerne erhalten hier die Bestnote, darunter RWE und Heidelberg Materials – beide zählen zu den größten CO₂-Emittenten, setzen aber klare Reduktionsanreize. Dagegen sollten Brenntag, Airbus, Deutsche Bank und Siemens Energy ihre Klimaanreize deutlich stärken. In puncto Transparenz führt GEA vor RWE und Deutsche Telekom. Am unteren Ende der Skala stehen Daimler Truck und Hannover Rück.

Ergebnisse mit Signalwirkung für Investoren

Für Anleger sind die Fortschritte und Defizite nicht nur ein ESG-Thema, sondern auch ein Risikofaktor für Geschäftsmodelle. Steigende CO₂-Kosten, regulatorischer Druck und Investorenanforderungen könnten Nachzügler in den kommenden Jahren zusätzlich belasten. „Ein Großteil der DAX-Unternehmen bleibt beim Thema Klima auf Kurs – trotz Gegenwind“, so Pontzen. „Doch über die Hälfte erfüllt kurzfristig nicht die notwendigen Reduktionsziele. Das kann teuer werden – auch betriebswirtschaftlich.“

Über die Studie:
Die Union Investment Klimastudie 2025 untersucht die Klimastrategien der 40 DAX-Unternehmen. Bewertet wurden CO₂-Ziele (Scope 1–3), Anreizsysteme in der Vorstandsvergütung, Fortschritte bei der Emissionsreduktion sowie Transparenz in der Berichterstattung. Grundlage waren Unternehmensangaben, ESG-Berichte und Union-Investment-eigene Analysen.

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